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Wie Kinder Sprechen lernen – vom ersten Schrei zum ersten Satz

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Fördern oder laufen lassen

Es gibt zahlreiche Ratgeber, Theorien, Tipps und Tricks und Spielzeuge, die mehr oder weniger gezielt einen schnellen und umfangreichen Spracherwerb fördern sollen. So haben zum Beispiel zwei amerikanische Psychologinnen ein ausgeklügeltes System aus 50 Zeichen entwickelt, das Babys ab dem 11. Monat beim Sprechen lernen unterstützen soll. Tatsächlich lernen die Kinder mit Hilfe dieser Kombination aus Gesten und Sprache schneller sprechen und haben früher einen größeren Wortschatz. Und noch mit acht Jahren schnitten die „Zeichenkinder“ bei Intelligenztests besser ab als die Vergleichsgruppe. Doch die Studien zu diesem speziellen Spracherwerb erfassen nicht, ob die Erfolge wirklich mit dem „Babysigning“ zusammenhängen oder schlicht der Tatsache geschuldet sind, dass durch das Austesten dieser besonderen Technik einfach mehr mit den Kindern kommuniziert wurde. Dies ist nämlich der Dreh- und Angelpunkt beim Spracherwerb: Grundsätzlich gilt, dass Kinder, mit denen die Eltern viel reden, einen höheren IQ und ein umfangreicheres Vokabular haben, als Kinder, mit denen wenig gesprochen wurde. Die beste Förderung ist also reden, reden, reden – und natürlich: zuhören!

Die wichtigsten fördernden Aspekte zum Spracherwerb berücksichtigen Eltern zumeist ganz intuitiv: Sie unterstreichen Gesagtes ganz automatisch mit Gestik und Mimik, wie mit dem erhobenen Zeigefinger beim „Nein, nein!“. Sie hören zu und lassen das Kind ausreden, um Verständnis zu signalisieren. Und sie halten Blickkontakt und geben dem Kind so die Möglichkeit, die Lippenbewegungen der Eltern zu verfolgen und dadurch Anregungen für die eigene Lautbildung zu bekommen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es natürlich hilfreich sein kann, Anregungen aus Ratgebern oder Spiele zum Spracherwerb auszuprobieren, allein um der Zeit willen, die man dadurch in Kommunikation mit dem Kind verbringt. Auch Vorlesen und gemeinsames Bilderbuch anschauen ist übrigens eine erwiesenermaßen hilfreiche Methode, um das Kind beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein besonderer Fall zur Förderung liegt natürlich vor, wenn eine ernsthafte Störung des Spracherwerbs gegeben ist. Mehr zu diesem Thema im folgenden Artikel der Reihe „Sprechen lernen“.

Quellen:

Butzkamp, Wolfgang; Butzkamp, Jürgen: Wie Kinder Sprechen lernen. Unter Narr Verlag, 2008.

Do Carmo, Maria; Oliveira-Mußmann, Maria; Mußmann, Jörg: Förderschwerpunkt Sprache zwischen Linguistik, Psychologie und Soziologie. GRIN Verlag, 2008.

Lingnau, Beate (Universität Bielefeld): Spracherwerb. http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/blingnau/03.11.06.pdf

Büchertipps:

 

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