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Zwillingsschwangerschaft

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Schwanger mit Zwillingen – Schwanger hoch 2

Herzlichen Glückwunsch, es werden Zwillinge!“ Die meisten werdenden Mütter, die diese Aussage hören, kriegen zunächst einmal eine gefühlte Herzattacke, bevor die Freude schließlich überwiegt. Jetzt beginnt eine Zeit, in der sich so manche werdende Mutter viele Sorgen um ihren Nachwuchs, um die Geburt und um die Zeit danach macht. Doch längst nicht alle sind begründet. Deshalb findest du hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Zwillingsschwangerschaft.

Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft

Die mathematische Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt erhöht sich je älter die Frau zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ist, da das follikelstimulierende Hormon FSH mit zunehmendem Alter bewirkt, dass oft 2 Eizellen gleichzeitig reifen. Daher handelt es sich hier fast immer zweieiige Zwillinge. Wenn in der Familie bereits Zwillinge geboren wurden, ist die Wahrscheinlichkeit, zweieiige Zwillinge zu bekommen entsprechend höher. Geburten von eineiigen Zwillingen sind reiner Zufall, bei dem auch weitere Zwillingsgeburten innerhalb der Familie keine Rolle spielen. Auch Hormonbehandlungen bei Unfruchtbarkeit beeinflussen die Entstehung von Zwillingsschwangerschaften.

Weltweit ist etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt – in Europa etwa jede 70. Geburt.
Von allen Zwillingen sind etwa 70 % zweieiig und 30 % eineiig. Ebenfalls wurde festgestellt, dass in reichen Ländern die Mehrlingsgeburten zunehmen.

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Zeitpunkt der Feststellung

Auch wenn das Klischee aus dem Fernsehen recht verbreitet ist, ist es in der Praxis doch relativ unüblich, dass Zwillinge erst zu fortgeschrittener Schwangerschaft festgestellt werden. Gewöhnlich kann der Frauenarzt bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche erkennen, ob es sich um einen oder zwei Embryonen handelt. Allerdings solltest du dich vorsichtshalber mit dem Gedanken vertraut machen, dass es vielleicht nur ein Kind schafft, denn oft stirbt einer der zwei Embryonen ab, noch bevor er sich richtig entwickeln kann.

Zusätzliche Schwangerschaftsuntersuchungen

Da eine Mehrlingsschwangerschaft immer auch als Risikoschwangerschaft gilt, wirst du wesentlich engmaschiger kontrolliert als andere Schwangere. Je nach Arzt wirst du alle zwei bis drei Wochen eine Vorsorgeuntersuchung haben, im letzten Drittel je nach Schwangerschaftsverlauf sogar etwa jede Woche. Bei mehr als zwei Kindern können die Abstände noch zusätzlich verkürzt werden. Du wirst bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf vier bis sechs Ultraschalluntersuchungen genießen dürfen. Regelmäßige Untersuchungen mit dem Doppler stellen sicher, dass beide Kinder optimal versorgt werden. Deshalb musst du dir auch keine Sorgen um deine Kinder machen – bei deinem Frauenarzt und deiner Hebamme bist du sicherlich bestens aufgehoben.

Das Risiko einer Frühgeburt

Ein Risiko, das sich leider nicht wegdiskutieren lässt, ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass du eine Frühgeburt haben könntest, vorzeitig Wehen bekommst und eventuell sogar eine Liegendschwangerschaft erleben musst. Letzteres ist bei Zwillingsschwangerschaften schon ab der 25. Schwangerschaftswoche üblich. Bei fast der Hälfte der Zwillingsschwangerschaften bekommt die Mutter schon vor der 37. Schwangerschaftswoche vorzeitige Wehen.

Kommen die Babys schon vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, spricht man im medizinischen Sinne von einer Frühgeburt. Allerdings wird bei Zwillingen eine andere Definition angelegt, denn sie gelten bereits ab der 38. Schwangerschaftswoche als ausgereift. Aber bevor du jetzt Angst bekommst: Gerade mal bei einem Drittel der Frauen mit vorzeitigen Wehen kommt es tatsächlich zu einer Frühgeburt, also rein rechnerisch etwa bei 16 Prozent der Zwillingsschwangeren.

Risiko einer liegenden Schwangerschaft

Dass du dauerhaft liegen musst, um eine Frühgeburt zu verhindern, ist nur in wenigen Fällen wirklich erforderlich. Eine liegende Schwangerschaft ist zwar keine Seltenheit, aber hier gibt es sehr viele Zwischenstufen, die von einer leichten Einschränkung der Aktivitäten bis hin zu einer kompletten Liegendschwangerschaft gehen. Ursache für solche drastischen Maßnahmen sind gewöhnlich schwerwiegende Komplikationen, beispielsweise vorzeitige Wehen in einem Stadium, in dem die Babys nur eine geringe Überlebenschance hätten, wenn sie geboren würden.

Wie risikoreich ist eine Zwillingsschangerschaft?

Eine Zwillingsschangerschaft wird generell als Risikoschwangerschaft eingestuft. Vorzeitige Wehen oder ein Blasensprung sowie Frühgeburten sind nicht selten der Fall. Auch kann eine Plazentainsuffizienz auftreten, d. h. die Plazenta kann die Babys nicht mehr richtig versorgen und sie in Gefahr bringen. Hin und wieder werden Geburten eingeleitet, wenn die Plazenta geschwächt ist und eine optimale Versorgung der Zwillinge nicht mehr gewährleistet ist. Auch ein Kaiserschnitt ist nicht auszuschließen. Er wird etwa dann nötig, wenn die Zwillinge ungünstig liegen, ein ein deutlicher Gewichtsunterschied oder ein zu geringes Gewicht der Zwillinge vorliegt.

Muss ich nun noch mehr Angst vor der Geburt haben?

Jede werdende Mutter hat Angst oder zumindest einen gewissen Respekt vor einer Geburt, ganz gleich, ob sie ein oder mehrere Kinder erwartet. Sowohl bei Einzelkindern als auch bei  Mehrlingen kann es bei der Geburt zu Komplikationen kommen. Zwillinge oder Mehrlinge kommen oft früher auf die Welt als Einzelkinder. Meist handelt es sich um etwa drei Wochen. Selten kann es vorkommen, dass eine Geburt eingeleitet werden oder ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Was hiervon wirklich notwendig ist, entscheiden die Ärzte ganz im Wohle Ihrer Kinder. Versuchen Sie, der Geburt entspannt und freudig entgegenzusehen. Selbst eine natürliche Zwillingsgeburt wird nicht schmerzvoller sein oder viel länger dauern als die Geburt von nur einem Kind. Ist das erste Kind erst mal da, kommt das zweite meist schon nach wenigen Minuten ebenfalls auf die Welt. Es gibt nichts, wovor Du bzw Ihr euch explizit fürchten müsstet.

Eineiige Zwillinge – Werde ich mit ihnen zurechtkommen?

Natürlich wirst Du das. Schon von Anfang an hast Du einen gute Arzt, der zur Seite steht und dich durch die gesamte Schwangerschaft begleitet. Auch deine Hebamme wird dich mit Rat und Tat unterstützen und dir zusätzliche Tipps und Tricks im Umgang mit Zwillingen verraten. Die Erziehung von Zwillingen unterscheidet sich nicht von der Erziehung eines einzelnen Kindes. Du wirst instinktiv tun, was du für gut und richtig hälst. Die Charakteren deiner Zwillinge werden sich mit der Zeit entwickeln. Obwohl sich neben dem Aussehen vieles gleichen wird, wie etwa Kleidungsstil, Frisur oder Musikgeschmack, wachsen zwei individuelle Persönlichkeiten heran, deren Entwicklung du mit Freude beobachten kannst.

Hab also keine Angst: Eine Zwillingsschwangerschaft ist eine Herausforderung, wie viel Schönes mit sich bringt. Genieß die Zeit und behalte sie stets in Erinnerung, die Babyzeit geht sowieso so schnell vorbei.

Zwillingsarten

Eine Zwillingsschwangerschaft ist immer aufregend. Viele werdende Mütter wissen bereits im Vorfeld, wie sich der Embryo im Bauch entwickelt und wie er – rein biologisch gesehen – entstanden ist. Aber wie genau entstehen eigentlich Zwillinge und worin liegt der Unterschied, ob es eineiige oder zweieiige Zwillinge sind? Der Unterschied liegt bereits in der Entstehung selbst.

Siamesische Zwillinge

Entstehen siamesische Zwillinge, dann haben sich in der frühen Schwangerschaft die Embryos nicht vollständig getrennt. Die vollständige Teilung sollte bis zum 13. Tag vollendet sein, ansonsten ist eine komplette Teilung der Embryonen meist nicht mehr möglich. Sie sind dadurch an bestimmten Körperteilen miteinander verbunden, am Brustkorb (40 %), am Bauch (34 %), am Steiß (18 %), am Sitzbein (6 %), am Kopf (2 %).

Eineiige Zwillinge oder zweieiige Zwillinge – Ist das von Anfang an festgelegt?

Ob Zwillinge eineiig oder zweieiig sind, entscheidet sich in der Entstehungsphase. Werden bei der Befruchtung zwei Eizellen durch zwei Spermien gleichzeitig befruchtet werden, entstehen zweieiige Zwillinge. Sie nisten sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter ein. Jedes von ihnen hat eine eigene Plazenta und wird somit einzeln versorgt. Auch hat jeder Embryo seine eigene Eizelle, die von der inneren (Amnion) und äußeren (Chorion) Eihaut umhüllt ist. Die Embryonen wachsen durch insgesamt vier Eihäute getrennt voneinander heran. Ganz so, als hätte man zwei einzelne Babys in der Gebärmutter eingeplfanzt. Jeder Embryo hat unterschiedliche Erbanlagen und oft auch ein unterschiedliches Geschlecht. Zweieiige Zwillinge sind immer dichoriale Zwillinge.

Bei der Entstehung von eineiigen Zwillingen teilt sich eine befruchtete Eizelle in zwei Embryonalanlagen auf. Dadurch, dass hier nur eine einzige Eizelle die Grundlage bildet, haben später beide Embryonen dieselben Erbanlagen und dasselbe Geschlecht. Beides wird mit der Befruchtung dieser einzelnen Eizelle festgelegt. Auch das spätere Aussehen wird identisch sein. Zu welchem Zeitpunkt sich eine befruchtete Eizelle teilt, ist unterschiedlich und spielt im weiteren Verlauf der Zwillingsschwangerschaft eine große Rolle.

Alle Fakten über eineiige Zwillinge & zweiige Zwillinge im Überblick

  • haben dasselbe Geschlecht
  • identische Erbanlagen
  • identisches Aussehen
  • Entstehung durch eine einzelne Eizelle
  • getrennte oder gemeinsame Plazenta(s)
  • Mögliche Komplikation: verbunden durch einen Blutkreislauf


  • unterschiedliches oder gleiches Geschlecht möglich
  • unterschiedliche Erbanlagen
  • individuelle äußere Merkmale
  • Befruchtung zweier Eizellen
  • immer getrennte Versorgung
  • getrennte Blutkreisläufe


Die Versorgung – Eine Plazenta oder doch zwei?

Sofern sich die befruchtete Eizelle frühzeitig teilt, also nur wenige Tage nach der Befruchtung (bis zum dritten Tag nach der Befruchtung), machen sich somit zwei Eizellen mit zwei Embronen auf den Weg zur Gebärmutter. Die Einnistung der bereits geteilten Eizellen erfolgt somit ebenfalls getrennt voneinander. Dadurch, dass sich nun zwei Eizellen mit eineiigen Embryonen eingenistet haben, werden beide ebenfalls getrennt voneinander in ihrer eigenen Eihülle mit ihrer eigenen Plazenta versorgt. Mit 70% aller eineiigen Zwillingsschwangerschaften sind dichoriale Zwillinge die häufigste Form.

Teilt sich die Eizelle allerdings erst nach Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut auf, teilen sich die Zwillinge eine Plazenta, die beide gemeinsam versorgt.

Entweder teilen sie sich eine Fruchthöhle oder aber sie wachsen in getrennten Fruchthöhlen heran. Etwa zwei Drittel aller eineiigen Zwillinge teilen sich eine Plazenta trotz getrennter Fruchtblasen. Bezeichnet wird diese Form als monochorial-diamnial.

Sofern sich beide Kinder eine Plazenta teilen, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es sich hierbei um eineiige Zwillinge handelt. Selten kann es der Fall sein, dass zwei Plazentas, wie je einen Embryo versorgen, im Laufe der Schwangerschaft miteinander verwachsen. Daher ist es wichtig, Zwillingsschangerschaften frühzeitig zu erkennen.

Monochoriale Zwillinge, die sich eine Plazenta teilen, werden abhängig davon, ob sie eine eigene Fruchthöhle und eigene Eihäute besitzen, in zwei Arten unterteilt und entstehen, wenn sich der Keim erst drei Tage nach der Befruchtung oder später aufspaltet. Diamniote monochoriale Zwillinge besitzen jeweils ihr eigenes Amnion und teilen sich sowohl Chorion als auch Plazenta. Monoamniote monochoriale Zwillinge hingegen teilen sich die Plazenta und besitzen kein eigenes Amnion. Dies bedeutet, dass zwischen ihnen keine schützende Trennwand aus Eihäuten besteht. Als mögliche Komplikation kann es im Laufe einer Schwangerschaft daher für monoamniote monochoriale Zwillinge zu einer gestörten Versorgung durch die geteilte Plazenta kommen.

Welche Risiken gibt es bei Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen?

Das Besondere an eineiigen Zwillingen, die sich in getrennten Fruchthöhlen eine Plazenta teilen, ist die, dass die Embryonen nicht nur über die Plazenta miteinander verbunden sind, sondern auch untereinander an einem Blutkreislauf hängen. Hier kann es zu einem sogenannten „fetofetalen Transfusionssyndrom“ kommen. Auftreten kann dieses Syndrom, wenn im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Gefäßumverwandlung vonstatten geht. Das kann dazu führen, dass es zu einem Ungleichgewicht in der Blutversorgung kommt. Das heißt, ein Embryo wird unter- und der andere überversorgt. Ein Zwilling, und zwar der, der sein Blut an den anderen Zwilling abgibt und dadurch unterversorgt ist, gilt somit als „Spender“, der andere, der nun überversorgt ist, als „Empfänger“. Bei beiden Zwillingen kann es hierdurch zu Komplikationen kommen.

Der Spender kann etwa Wachstumsstörungen erleiden, unter einer Blutanämie oder Dehydrierung leiden oder es kommt zu einer deutlichen Minderung des Fruchtwassers.

Beim Empfänger kann es zu Herzschwäche oder Bluthochdruck kommen. Auch eine Bildung von Ödemen oder das Vorhandensein von zu viel Fruchtwasser sind hier die Folge.

Auch bei der Mutter kann es zu Symptomen kommen, die auf das fetofetale Transfusionssyndrom hinweisen. Dies können etwa Beschwerden wie Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Schwindel oder Atemnot sein. Ein Arzt wird Ihnen Klarheit verschaffen können, wenn er während der Ultraschalluntersuchung auf die Fruchtwassermenge sowie auf den Inhalt der Blasen der Zwillinge achtet.

Das fetofetale Transfusionssyndrom wird mit FFTS abgekürzt und wird auch manchmal auch einfach Zwillings-Syndrom genannt.

Wie kann dieses Syndrom behandelt werden?

Bezüglich der erhöhten Fruchtwassermenge kann der Arzt eine Punktion vornehmen. Ähnlich wie bei einer Fruchtwasseruntersuchung wird mithilfe einer Nadel die Fruchtblase punktiert; überschüssiges Fruchtwasser kann entweichen. Bezüglich der Bluttransfusion wird unter örtlicher Betäubung eine Laserbehandlung durchgeführt, mit welcher die Blutgefäße korrigiert werden und die Versorgung wiederhergestellt beziehungsweise optimiert wird. In 60 Prozent aller Fälle können beide Kinder gerettet werden, in 80 Prozent überlebt eines der Zwillinge.

Können Schäden aufgrund des Syndroms zurückbleiben?

Ein geringes Risiko für einen oder beide Zwillinge ist nicht ganz auszuschließen. Deshalb ist es besonders wichtig, ein solches FFTS frühzeitig zu erkennen.

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