Schwangerschaft mit Zwillingen

„Herzlichen Glückwunsch, es werden Zwillinge!“ Die meisten werdenden Mütter, die diese Aussage hören, kriegen zunächst einmal eine gefühlte Herzattacke, bevor die Freude schließlich überwiegt. Jetzt beginnt eine Zeit, in der sich so manche werdende Mutter viele Sorgen um ihren Nachwuchs, um die Geburt und um die Zeit danach macht. Doch längst nicht alle sind begründet. Deshalb findest du hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Zwillingsschwangerschaft.

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zwillingsschwangerschaftZeitpunkt der Feststellung

Auch wenn das Klischee aus dem Fernsehen recht verbreitet ist, ist es in der Praxis doch relativ unüblich, dass Zwillinge erst zu fortgeschrittener Schwangerschaft festgestellt werden. Gewöhnlich kann der Frauenarzt bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche erkennen, ob es sich um einen oder zwei Embryonen handelt. Allerdings solltest du dich vorsichtshalber mit dem Gedanken vertraut machen, dass es vielleicht nur ein Kind schafft, denn oft stirbt einer der zwei Embryonen ab, noch bevor er sich richtig entwickeln kann.

Sind die Symptome doppelt so schlimm?

Zwei Kinder im Bauch bedeuten nicht automatisch auch die doppelten Symptome. Dir wird deshalb nicht mehr übel sein als mit einem Kind. Allerdings gibt es natürlich durchaus auch Probleme, die durch eine Zwillingsschwangerschaft schwerwiegender auftreten. Bei dir wird es sicherlich wesentlich früher losgehen, dass alltägliche Dinge beschwerlich werden und du schnell erschöpft bist. Auch Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen und Schwierigkeiten mit schnellen Bewegungen sind durch die früher auftretende, höhere Gewichtszunahme an der Tagesordnung.

Das Risiko einer Frühgeburt

Ein Risiko, das sich leider nicht wegdiskutieren lässt, ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass du eine Frühgeburt haben könntest, vorzeitig Wehen bekommst und eventuell sogar eine Liegendschwangerschaft erleben musst. Letzteres ist bei Zwillingsschwangerschaften schon ab der 25. Schwangerschaftswoche üblich. Bei fast der Hälfte der Zwillingsschwangerschaften bekommt die Mutter schon vor der 37. Schwangerschaftswoche vorzeitige Wehen.

Kommen die Babys schon vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, spricht man im medizinischen Sinne von einer Frühgeburt. Allerdings wird bei Zwillingen eine andere Definition angelegt, denn sie gelten bereits ab der 38. Schwangerschaftswoche als ausgereift. Aber bevor du jetzt Angst bekommst: Gerade mal bei einem Drittel der Frauen mit vorzeitigen Wehen kommt es tatsächlich zu einer Frühgeburt, also rein rechnerisch etwa bei 16 Prozent der Zwillingsschwangeren.

Risiko einer liegenden Schwangerschaft

Dass du dauerhaft liegen musst, um eine Frühgeburt zu verhindern, ist nur in wenigen Fällen wirklich erforderlich. Eine liegende Schwangerschaft ist zwar keine Seltenheit, aber hier gibt es sehr viele Zwischenstufen, die von einer leichten Einschränkung der Aktivitäten bis hin zu einer kompletten Liegendschwangerschaft gehen. Ursache für solche drastischen Maßnahmen sind gewöhnlich schwerwiegende Komplikationen, beispielsweise vorzeitige Wehen in einem Stadium, in dem die Babys nur eine geringe Überlebenschance hätten, wenn sie geboren würden.

Zusätzliche Schwangerschaftsuntersuchungen

Da eine Mehrlingsschwangerschaft immer auch als Risikoschwangerschaft gilt, wirst du wesentlich engmaschiger kontrolliert als andere Schwangere. Je nach Arzt wirst du alle zwei bis drei Wochen eine Vorsorgeuntersuchung haben, im letzten Drittel je nach Schwangerschaftsverlauf sogar etwa jede Woche. Bei mehr als zwei Kindern können die Abstände noch zusätzlich verkürzt werden. Du wirst bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf vier bis sechs Ultraschalluntersuchungen genießen dürfen. Regelmäßige Untersuchungen mit dem Doppler stellen sicher, dass beide Kinder optimal versorgt werden. Deshalb musst du dir auch keine Sorgen um deine Kinder machen – bei deinem Frauenarzt und deiner Hebamme bist du sicherlich bestens aufgehoben.

Zwillingsarten

Bei Zwillingsschwangerschaften können je nach Befruchtung, Teilung und Einnistung der Eizellen eineiige oder zweieiige Zwillinge entstehen. Im Folgenden sollen Ihnen deren komplexe Entwicklung und damit verbundene mögliche Risiken genau erläutert werden.

Eineiige Zwillinge und zweieiige Zwillinge – Unterschiede der Entstehung

Wenn gleichzeitig zwei Eizellen innerhalb eines Zyklus heranreifen und von zwei unterschiedlichen Spermien befruchtet werden, entstehen zweieiige Zwillinge, die sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter einnisten. Zweieiige Zwillinge sind immer dichoriale Zwillinge, das heißt, sie werden jeweils von ihrer eigenen Plazenta versorgt und besitzen ihre eigene Fruchthöhle, die vom Amnion, der inneren Eihaut sowie vom Chorion, der äußeren Eihaut umgeben ist. Daher wachsen zweieiige dichoriale Zwillinge voneinander isoliert durch eine Trennwand aus vier Eihäuten heran. Sie besitzen unterschiedliche Erbanlagen und können deshalb unterschiedlichen Geschlechts sein.

Wenn sich in den ersten Tagen nach der Befruchtung Eizellen in zwei Embryonalanlagen teilen, entstehen Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen. Der Zeitpunkt, wann sich Eizellen nach der Befruchtung aufspalten, ist für die Form einer eineiigen Zwillingsschwangerschaft ausschlaggebend. In den ersten Tagen kommt es zu einer Teilung der Eizellen in den ernährenden Teil, die Plazenta sowie den embryonalen Teil, den Embryoblasten. Abhängig davon, wann dies erfolgt, werden mehrere Arten von eineiigen Zwillingsschwangerschaften unterschieden.

Dichoriale Zwillinge oder monochoriale Zwillinge

Teilen sich Eizellen bis zum dritten Tag nach der Befruchtung, nisten sich beide Embryoblasten wie zweieiige Zwillinge unabhängig voneinander ein und besitzen als dichoriale Zwillinge beide ihre eigene Plazenta, Fruchthöhle und zwei Eihäute. Mit 70% aller eineiigen Zwillingsschwangerschaften sind dichoriale Zwillinge die häufigste Form.

Monochoriale Zwillinge, die sich eine Plazenta teilen, werden abhängig davon, ob sie eine eigene Fruchthöhle und eigene Eihäute besitzen, in zwei Arten unterteilt und entstehen, wenn sich der Keim erst drei Tage nach der Befruchtung oder später aufspaltet. Diamniote monochoriale Zwillinge besitzen jeweils ihr eigenes Amnion und teilen sich sowohl Chorion als auch Plazenta. Monoamniote monochoriale Zwillinge hingegen teilen sich die Plazenta und besitzen kein eigenes Amnion. Dies bedeutet, dass zwischen ihnen keine schützende Trennwand aus Eihäuten besteht. Als mögliche Komplikation kann es im Laufe einer Schwangerschaft daher für monoamniote monochoriale Zwillinge zu einer gestörten Versorgung durch die geteilte Plazenta kommen.

Risiken des seltenen Feto-fetalen Transfusionssyndroms

Entstehen in der geteilten Plazenta Blutdruckdifferenzen oder fehlerhafte Verbindungen der Blutgefäße, kann es zu einem gestörten Ausstauch der beiden miteinander verbundenen Blutkreisläufe der Zwillinge kommen. Das Blut des als Donor bezeichneten Kindes wird in den Blutkreislauf des anderen Zwillings, des Akzeptors geleitet. Für den Donor ergeben sich dadurch Dehydrierung, Blutarmut und durch die gestörte Durchblutung eine Wachstumsretardierung der Organe, was zu einer Früh- oder auch Totgeburt führen kann. Für den Akzeptor steigt hingegen das Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs aufgrund einer Erhöhung der Fruchtwassermenge, einer Wasseransammlung in Gewebe und Organen sowie eines übermäßigen Blutvolumens.

Daher werden monochoriale Zwillinge und deren Plazenta im Laufe der Schwangerschaft regelmäßigen Ultraschallkontrollen und Sonographien unterzogen. Gegebenenfalls kann durch Lasertechnologie ein sogenannter Shunt angelegt werden, der den Übertritt der fehlgeleiteten Körperflüssigkeiten ermöglicht. Ebenso kann der Donor über die Nabelschnur durch eine Transfusion versorgt werden. In vielen Fällen muss jedoch eine vorzeitige Entbindung das Leben beider Zwillinge retten.

Siamesische Zwillinge

Entstehen siamesische Zwillinge, dann haben sich in der frühen Schwangerschaft die Embryos nicht vollständig getrennt. Die vollständige Teilung sollte bis zum 13. Tag vollendet sein, ansonsten ist eine komplette Teilung der Embryonen meist nicht mehr möglich. Sie sind dadurch an bestimmten Körperteilen miteinander verbunden, am Brustkorb (40 %), am Bauch (34 %), am Steiß (18 %), am Sitzbein (6 %), am Kopf (2 %).

Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft

Die mathematische Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt erhöht sich je älter die Frau zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ist, da das follikelstimulierende Hormon FSH mit zunehmendem Alter bewirkt, dass oft 2 Eizellen gleichzeitig reifen. Daher handelt es sich hier fast immer zweieiige Zwillinge. Wenn in der Familie bereits Zwillinge geboren wurden, ist die Wahrscheinlichkeit, zweieiige Zwillinge zu bekommen entsprechend höher. Geburten von eineiigen Zwillingen sind reiner Zufall, bei dem auch weitere Zwillingsgeburten innerhalb der Familie keine Rolle spielen. Auch Hormonbehandlungen bei Unfruchtbarkeit beeinflussen die Entstehung von Zwillingsschwangerschaften.

Mathematische Wahrscheinlichkeit

Weltweit ist etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt – in Europa etwa jede 70. Geburt.
Von allen Zwillingen sind etwa 70 % zweieiig und 30 % eineiig. Ebenfalls wurde festgestellt, dass in reichen Ländern die Mehrlingsgeburten zunehmen.

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