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Interview: Zwilling sucht Zwilling

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Heute mal wieder ein neues Interview für Euch, diesmal mit den Eltern von Ella und Lia.
 

Vielen Dank, dass Ihr Euch für dieses Interview bereit erklärt habt, würdet Ihr Euch bitte kurz vorstellen? Wer seid Ihr, wer gehört zu Euch, woher kommt Ihr und was macht Ihr so?

Wir sind Lia & Ella, Ben, Tina und Michael und kommen aus Siegen. Wir sind eine kleine eingeschworene Gemeinschaft, aber zu uns gehören auch noch Großeltern, Tanten und Onkel und viele gute Freunde. 
 
Wir lieben die gemeinsame Zeit als Familie, sind gerne und viel draußen in der Natur zum Zelten oder machen den heimischen Garten mit samt der Kaninchen unsicher. 
 

Lia hat Blutkrebs und ist auf eine Stammzellspende angewiesen und sucht ihren genetischen Zwilling. Wie habt Ihr das erste Mal mitbekommen, dass Lia krank ist? Was waren Eure ersten Gedanken nach dieser Diagnose?

Ende April waren wir mit den Zwillingen bei der kinderärztlichen Routineuntersuchung und die beiden wurden gegen Diphtherie und Keuchhusten geimpft. Kurze Zeit später klagte Lia über Schmerzen im linken Ellenbogen und war sehr schwach. Wir haben erst gedacht, dass seien Symptome der Impfung. Dann hat Lia Schmerzen in den Gelenken und in den Oberschenkeln bekommen. Beim Kinderarzt hat man uns dann wegen Verdacht auf Rheuma in die Kinderklinik geschickt. Da hatten wir auch schon die Symptome gegoogelt und ein komisches Bauchgefühl. 
 
In der Klinik haben sie dann erste Untersuchungen gemacht und die alarmierenden Blutwerte festgestellt. Die Ärzte haben Lia dann direkt in die Uniklinik nach Gießen überwiesen. Da hab ich (Tina) auch zum ersten Mal das Wort „Leukämie“ ausgesprochen und die Ärzte haben nur genickt. Sie haben dann noch eine Knochenmarkpunktion durchgeführt, die den Verdacht auf Blutkrebs endgültig bestätigt hat.  Als ich das gehört habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen, ich habe nur noch Rotz und Wasser geheult. Eine solche Diagnose bedeutet Verzweiflung pur. Es ist der absolute Kontrollverlust. Ich wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen. 
Zwillingsratgeber Ella-und-Lia-Foto-Flugblatt-final-1024x683 Interview: Zwilling sucht Zwilling
 

Wie geht Ella damit um, dass ihre Schwester von ihr getrennt im KH sein muss? Wie kann man einem Zwilling erklären, dass der andere Zwilling so schwer erkrankt ist?

Ach, Ella macht das echt toll. Sie ist super traurig, dass Lia krank und nicht da ist. Ella überspielt ihre Traurigkeit oft mit ihrer witzigen und lustigen Art, aber sie vermisst ihre Schwester unendlich und natürlich auch ihre Mama. Die beiden verbindet schon ein ganz besonderes Band, das können wohl nur Menschen verstehen, die selbst Zwilling sind. 
 
Wir haben versucht den Kindern Lias Krankheit kindgerecht zu erklären: Lia hat böses Blut und bekommt jetzt Medikamente, die helfen sollen die bösen Zellen im Blut zu vertreiben.
 
Zwillingsratgeber Lia-und-Ella-als-Anna-und-Elsa1-782x1024 Interview: Zwilling sucht Zwilling
 

Wie läuft Euer Alltag im Moment ab? 

Also, wenn man überhaupt von Alltag sprechen kann: Der findet gerade an zwei Orten statt. Lia und Tina sind in der Klinik und Michael, Ella und Ben zu Hause. 
 
Der Alltag im Krankenhaus richtet sich ganz nach Lias Zustand und Bedürfnissen. Wir spielen viel, machen Quatsch, schauen DVDs und sehen Familie und Freunde über Videoanrufe. 
 
Zu Hause hält Michael den Laden zusammen: Kümmert sich um Ella und Ben und den Haushalt. Zwischen waschen, kochen, einkaufen fühlt er sich aber oft einsam und hilflos, weil er nichts tun kann. 
 

Aber wir haben eine tolle Familie und super Freunde, die uns so sehr unterstützen. Dieser Rückhalt tut echt gut. 

 

Was sind Eure größten Sorgen und wie schafft man es, nach so einer Diagnose, stark zu bleiben und nicht aufzugeben?

Unsere größte Sorge ist es, das wir keinen passenden Spender finden und Lia es nicht schafft.  
Wir müssen und wollen für Lia stark sein. Und wir glauben ganz fest an das Gute und geben die Hoffnung nicht auf. Sonst hält man die Situation nicht aus und die Angst wird unerträglich.
 
Zwillingsratgeber 20200316_074035-rotated-1-768x1024 Interview: Zwilling sucht Zwilling


Gibt es noch etwas was Ihr anderen betroffenen Eltern mit auf den Weg geben wollt?

Wir möchten allen Eltern sagen: Hört auf euer Bauchgefühl. Und lieber einmal zu oft den Arzt um Rat fragen. 
 
Und allen Betroffenen: Habt Vertrauen in die Ärzte und Experten, verliert nicht den Mut, haltet zusammen und denkt dran: Ihr müsst nicht alles alleine machen. Gebt, was ihr könnt an Freunde und Familie ab. Man sollte nie davor zurück schrecken, auch um Hilfe zu bitten.

Weiterführende Links:

Wir drücken Euch ganz fest die Daumen, dass Ihr einen passenden Stammzellenspender findet und sind in Gedanken bei Lia und natürlich bei Euch allen.

 
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Interview: #TeachOut – für mehr queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich

Zwillingsratgeber FireShot-Capture-021-TeachOut-www.teachout.de_ Interview: #TeachOut - für mehr queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich

Heute mal wieder ein neues Interview für Euch – diesmal mit Gun, einer Lehrerin über Ihr Projekt @teach_out_sichtbarkeit (Queere Pädagog*innen treten für mehr Sichtbarkeit ein)

Liebe Gun, magst Du Dich kurz vorstellen? Woher kommst Du, wer gehört zu Dir, was machst Du so?

Hallo! Ich heiße Gun, bin 31 Jahre alt und lebe mit meiner Partnerin zusammen in Braunschweig. Ich bin Lehrerin an einer Gesamtschule und unterrichte hauptsächlich die Fächer Französisch und Religion. In meiner Freizeit spiele ich Fußball und Theater. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich für die queere Community.

Zwillingsratgeber teachOut-1024x762 Interview: #TeachOut - für mehr queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich

Gemeinsam mit anderen hast Du die Initative @teach_out_sichtbarkeit ins Leben gerufen. Wie kam es dazu und welche konkreten Ziele verfolgt Ihr?

Seit September 2020 bin ich als @mme.egalite auf Instagram und Facebook unterwegs und berichte über alles rund um das Thema Schule und queere Vielfalt. Im Februar wurde ich von einer Followerin auf einen Post aufmerksam gemacht, in dem ein Kollege zu dem Hochzeitsbild von sich und seinem Mann schrieb, dass er sich wünschen würde, dass es mehr queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich geben würde. In Anlehnung an den #ActOut nutzte er für seinen Aufruf den #TeachOut. Ich war begeistert von dieser Idee und schloss mich seinem Aufruf an. Ich teilte ebenfalls ein Bild von mir und schrieb Personen, Vereine und Podcasts aus der Community an und bat sie um ihre Mithilfe. Schnell beteiligten sich immer mehr Personen und folgten dem Aufruf. Kurze Zeit später schloss ich mich mit drei Personen zusammen – wir hatten die Idee #TeachOut zu einem Netzwerk von queeren Menschen aus dem Bildungsbereich zu machen. Wir organisierten ein erstes offenes Treffen, an dem ca. 30 Personen teilnahmen. Seit Anfang März arbeiten wir so als offene Gruppe gemeinsam an verschiedenen Themen, organisieren Medienauftritte und vernetzen uns weiter. Auf unseren Social Media Kanälen und unserer Homepage veröffentlichen wir weiterhin regelmäßig neue Beiträge zum #TeachOut.

Wie verlief eigentlich Dein eigenes Coming-Out?

Ich habe mich erst relativ spät, mit Mitte 20 geoutet. Zuerst habe ich mich meinen Freund*innen anvertraut und dann erst nach einiger Zeit meinen Eltern. Von meinen Eltern wird meine sexuelle Orientierung mehr oder weniger ignoriert, d.h. sie kommt nicht vor, wenn wir uns unterhalten. Das ist nicht immer einfach. Aber ich denke, dass sie vielleicht einfach noch etwas Zeit brauchen. Auch ich habe mich lange Zeit damit auseinandersetzen müssen bevor ich mich selbst als frauenliebende Frau angenommen habe. Es ist immer ein Prozess und der verläuft bei den einen sehr schnell und dauert bei den anderen eben länger.

An meinem Arbeitsplatz hingegen hatte ich bisher überhaupt keine Schwierigkeiten – ob im Kollegium oder in den Klassen und Kursen, die ich unterrichte. In letzter Zeit habe ich im Gegenteil, sogar sehr viel Unterstützung erlebt. Bei einem Interview, das ich für ze.tt gegeben habe, bat mich meine Schulleitung explizit darum unseren Schulnamen zu nennen, um noch deutlicher ein Zeichen für Akzeptanz von Vielfalt zu setzen. 

Was bedeutet für Dich Sichtbarkeit?

Sichtbarkeit bedeutet für mich, dass ich mich offen zeige als die Person, die ich bin: Egal, ob in meinem privaten Umfeld oder in der Schule! Ich möchte sichtbar und ansprechbar sein für andere Kolleg*innen und für meine Schüler*innen, da ich weiß, dass es noch viele offene Fragen, viele Vorurteile und auch viele Selbstzweifel auf der Suche nach der eigenen Identität gibt. Es braucht Menschen, die einen selbstverständlichen Umgang vorleben, Fragen beantworten, ein offenes Ohr haben und Vorurteile abbauen. Sichtbarkeit ist mir persönlich sehr wichtig, da sie uns die Chance gibt für andere (noch nicht sichtbare) Menschen da zu sein und für ihre Rechte einzustehen. Sichtbarkeit ist immer auch ein Privileg!

Warum ist Sichtbarkeit von queeren Erzieher:innen und Lehrkräften so wichtig?

5-10% der Weltbevölkerung sind nicht cis-hetero. Dass bedeutet somit, dass statistisch gesehen in jeder Klasse von 30 Kindern ein bis drei Kinder queer sein könnten. Unsere Gesellschaft und somit auch unsere Bildungseinrichtungen sind aktuell aber noch sehr heteronormativ geprägt. Alle Personen, die nicht cis-hetero sind, kommen somit nicht oder nur selten vor. Durch diese Unsichtbarkeit entsteht großes Unwissen und Unsicherheiten in Bezug auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – auf allen Seiten. Schule ist zudem häufig ein queerfeindlicher Ort. Vielfalt wird also nicht nur nicht thematisiert, sondern es findet aktiv Diskriminierung statt (Beleidigungen, Bedrohungen, körperliche Gewalt).

Die meisten Kinder und Jugendlichen werden sich zwischen 11 und 16 Jahren ihrer sexuellen Orientierung bewusst. Sie sind demnach der Unsichtbarkeit und Diskriminierung von nicht cis-hetero Identitäten in der Schule ausgesetzt, einem Umfeld, dem sie sich nicht entziehen können. Es ist somit die logische Folge, dass viele queere Kinder und Jugendliche in dem Alter ihrer sexuellen Bewusstwerdungen Ängste und Sorgen haben, sich selbst verleugnen und über ihre sexuelle Orientierung verdrängen oder verschweigen. Durch die Sichtbarkeit queerer Personen in unseren Bildungseinrichtungen können wir mit dem aufgezeigten Bild brechen und somit einerseits erreichen, dass queere Kinder und Jugendliche Vorbilder haben, die sie unterstützen können. Dies ist besonders deswegen wichtig, weil queere Kinder und Jugendliche auch deutlich häufiger an Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität erkranken. Andererseits wird so allen beteiligten Menschen bewusst, dass Akzeptanz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Zwillingsratgeber teachout_queere_sichtbarkeit_in_bildungseinrichtungen-1024x768 Interview: #TeachOut - für mehr queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich

Was denkst Du wieso sich immer noch viele Lehrer*innen schwer mit einem Coming-Out in der Schule tun?

Ich finde, dass ein Coming-Out eine sehr persönliche Sache ist. Es gibt zahlreiche Gründe, warum es Menschen nicht möglich erscheint oder ist, sich nach außen hin zu zeigen. Insbesondere an einem Arbeitsplatz wie der Schule, also einem Ort, an dem wir täglich mit sehr vielen Menschen zusammenkommen, deren Einstellung und Haltung sehr unterschiedlich seien können. Ein Coming-Out ist immer auch ein Privileg. Dieses Privileg wollen wir von #TeachOut dazu nutzen, um für uns und andere einzustehen.

Wichtig ist mir dennoch zu betonen, dass jede Person (insbesondere im Bildungsbereich) unabhängig davon, ob er*sie queer (geoutet oder ungeoutet) oder nicht-queer ist, sich für die Akzeptanz von sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt einbringen kann, in dem er*sie diese abbildet – sprachlich oder auch in Materialien (Büchern, Filmen, …).

Kannst Du Lehrkräften oder auch Schüler*innen Tipps geben, wie sie queere Schüler*innen unterstützen können?

Ich denke, dass es ein ganz wichtiger Schritt ist, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt thematisiert wird und über Unterrichtsmaterialien sichtbar gemacht wird für alle, sodass sie zu einer Selbstverständlichkeit wird. Je offener und sichtbarer wir über diesen Themenbereich sprechen, desto mehr Verständnis, Empathie und Akzeptanz werden entstehen und dass hilft allen queeren und nicht-queeren Menschen in Schulen. Gezielt für queere Schüler*innen ist es darüber hinaus wichtig, dass gegen jegliche Form von Diskriminierung vehement vorgegangen wird. Sei es eine vermeintlich lustig gemeinte Beschimpfung als „schwul“ oder eine andere Form von Queerfeindlichkeit. Es sollte klar und deutlich sein, dass Lehrkräfte dies nicht tolerieren. Toll ist es, wenn es zusätzlich noch Angebote wie zum Beispiel eine Informationsangebote zu lokalen queeren Einrichtungen gibt oder sogar eine AG, die sich mit Diskriminierungsformen auseinandersetzt. Und am wichtigsten ist es, dass man sich offen und ansprechbar zeigt, sodass queere Schüler*innen mit eventuellen Sorgen und Nöten zu einem kommen können.

Gibt es noch etwas was Du uns bzw. den Lesern noch auf den Weg geben magst?

Vielfalt betrifft uns alle und wir alle sind Teil von ihr. Jede Person muss ihren Beitrag leisten, um  Respekt und Akzeptanz gesellschaftlich umzusetzen. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist kein Mensch fehlerfrei, deshalb ist es umso wichtiger, dass jede Person auch immer wieder ihr eigenes Handeln hinterfragt und überprüft. Vielfalt lernen bedeutet von- und miteinander zu lernen.

Wie kann man Dich bzw. Euch am besten erreichen?

Mich persönlich erreicht ihr am besten über meinen Instagram Account @mme.egalite und über den Account von @teach_out_sichtbarkeit Für diejenigen, die nicht in den sozialen Medien vertreten sind, bin ich auch über unsere Homepage www.teachout.de bzw. unsere Mailadresse erreichbar teachout@outlook.de

Liebe Gun, vielen lieben Dank für das tolle Interview, für das teilhaben an Deinen Gedanken und die Eröffnung neuer eigener Sichtweisen.

Weiterführende Links:

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Mein Kind wird in der Schule gemobbt – Interview mit Zwillings-Mama Doreen

Zwillingsratgeber WhatsApp-Image-2021-01-20-at-10.49.58-1 Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen

Heute ein Thema was leider immer aktueller wird und sehr zum Nachdenken anregt. Doreen stellt sich meinen Fragen zum Thema Mobbing an der Schule.

Liebe Doreen, danke, dass du dich für dieses Interview bereit erklärt hast. Magst du dich bitte kurz vorstellen? Wer gehört zu dir, was machst du so und woher kommst du?

Hallo, ich bin Doreen, aktuell noch 44 Jahre alt. 😉 Zu mir gehören, mein Mann Christian (35 Jahre), unsere Kinder, Cedric 14 Jahre und die Zwillinge, Charlene und Christo, 9 Jahre!
Ich bin aufgrund einer Erkrankung berentet und komme aus dem Vogtland, aus Triebel.

Zwillingsratgeber WhatsApp-Image-2021-01-20-at-10.47.24-e1611405059660 Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen

Was genau kann man sich unter Mobbing vorstellen, welche Folgen kann es geben? Mobbing in der Schule: Welche Ursachen gibt es?

Mobbing ist für mich, körperliche wie auch psychische Gewalt gegenüber Mitmenschen, Erwachsenen, so wie auch Kindern. ‘

Ursachen für Mobbing in der Schule können z.B. sein das man für die Mitmenschen nicht normal sei, im Sinne durch ein anderes Aussehen, z.B. durch eine Behinderung oder anders wirken, z.B. durch bestimmte Beeinträchtigungen einer Behinderung oder durch Tragen von Kleidung (z.B. keine Markenklamotten)

Habt ihr Erfahrungen mit Mobbing gemacht? Falls ja, in welcher Art, wie äußerte es sich?

Leider haben wir auch mit Mobbing Erfahrungen sammeln müssen, da Charlene durch ihrer Grunderkrankung (Apoplex = Schlaganfall) körperlich eingeschränkt ist und bei ihr, Bewegungsabläufe vom Gehen anders als bei normalen Kindern ohne körperliche Beeinträchtigungen sind. Daher wurde sie von den anderen Kindern gehänselt.

Durch ihre Grunderkrankung trägt Charlene auch noch Windeln und wurde von den anderen Kindern ausgelacht. Charlene trägt aufgrund Lähmungen Hilfsmittel, an der rechten Hand und dem rechten Fuß, auch hier wurde sie schon ausgelacht! 

Christo ist anders vom Verhalten her als andere Kinder, er lebt manchmal in seiner Christowelt, leider wurde er dadurch schon oft zum Opfer von Gewalt und wurde verprügelt.

Zwillingsratgeber WhatsApp-Image-2021-01-20-at-10.49.58-1024x768 Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen

Welche Rolle spielen, deiner Meinung nach, digitale Medien hierbei?

Ich denke, diese spielt leider eine große Rolle, viele Kinder werden einfach, vor dem Fernseher oder irgendwelchen Spielekonsolen geparkt und die Eltern kümmern sich nicht um ihre Kinder!

Welche Folgen kannst du infolge des Mobbings beobachten? (psychisch & physisch)

In unserem Falle hat es leider schlimme Konsequenzen, Christo leidet psychisch sehr. Das heißt, er verweigert stellenweise den Schulbesuch, hat zu keinem mehr Vertrauen, äußert Bauchschmerzen um den Schulbesuch aus dem Weg zu gehen oder um bestimmte Personen nicht mehr zu sehen.

Zwillingsratgeber WhatsApp-Image-2021-01-20-at-10.49.57-1-768x1024 Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen

Mobbing in der Schule und die Lehrer reagieren nicht, wie sollte man sich Gehör schaffen?

Am besten sollte man dies dann öffentlich machen, sei es per Presse oder sogar per TV-Sendern! Da auch das Schulamt (Lasub Zwickau in unseren Fall) nicht agiert!

Anzeichen erkennen: Auf welche Alarmsignale sollten Eltern achten?

  • Ständigen Äußern von Unwohlsein
  • Bauchschmerzen
  • keine Lust auf Schule
  • Leistungsabfall
  • Verweigern von Lösen der Schulaufgaben …

Inwiefern können Eltern am besten helfen?  

Das Kind ernst nehmen, auf Probleme eingehen, Gespräche suchen, psychisch stärken, mit anderen Eltern reden (z.B., wenn ein Kind hänselt). Im schlimmsten Fall sollte man einen Schulwechsel vollziehen! Was oft leider nicht unumgänglich ist!

Das richtige Vorgehen bei Mobbing in der Schule: Was können die Beteiligten tun?

Zum Lehrer gehen, die Schulleitung oder die Schulbehörde informieren, die Eltern des mobbenden Kindes informieren, letzter Ausweg der Gang zur Polizei, weil die Schule leider oft nicht richtig agiert oder sogar Alles runterspielt und es auf das mobbende Kind schiebt!

Was würdest du Kindern raten, die gemobbt werden? Welche Ratschläge haben euch am meisten geholfen?

Immer zu Hause offen und ehrlich darüber sprechen, auch wenn einem z.B. gedroht wird. Wir haben immer gesagt, beide sollen den Kindern, Erwachsenen aus dem Wege gehen und wenn es wieder zu einem Vorfall kam uns dies sofort erzählen.

Gibt es Beratungsstellen, die man in diesem Falle aufsuchen kann bzw. zu Rate ziehen kann?

Es gibt bestimmt Anlaufstellen, wir haben keine aufgesucht, nur der Gang zur Psychologin, dies ging nicht anders, diesen Weg mussten wir einschlagen, um ihn noch mehr psychisch zu stützen.

Hilfreiche Bücher zum Thema Mobbing in der Schule

Mutig gegen Mobbing: in Kindergarten und Schule
Das Anti-Mobbing-Buch: Gewalt an der Schule
Mobbing in der Schule - Das Praxisbuch
Zwillingsratgeber image Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen
Zwillingsratgeber image Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen
Zwillingsratgeber image Mein Kind wird in der Schule gemobbt - Interview mit Zwillings-Mama Doreen
Das wissenschaftlich fundierte Programm gegen Mobbing in Schule und Kindergarten Mobbing unter Kindern und Jugendlichen hat viele Gesichter. „Mutig gegen Mobbing" legt den heutigen Kenntnisstand umfassend dar. Es bietet Fachpersonen wie Lehrerinnen, Psychologinnen und Sozialarbeitern sowie Eltern ein umfangreiches Instrumentarium, damit sie präventiv gegen Mobbing vorgehen und bei Mobbing erfolgreich intervenieren können.
Lehrkräfte, Eltern und auch die betroffenen SchülerInnen selbst können wirkungsvoll gegen Mobbing vorgehen. Mustafa Jannan zeigt in seinem praxiserprobten »Anti-Mobbing-Buch« mit Elternheft, wie dies gelingen kann. Der Klassiker zum Thema Mobbing erscheint nun in der vierten, vollständig überarbeiteten Auflage.
Schüler, die sich ärgern, angreifen und in Sozialen Netzwerken verspotten sind heute im schulischen Alltag an der Tagesordnung. Sind Schüler über einen längeren Zeitraum diesen Schikanen ausgesetzt, dann spricht man von Mobbing. Das Thema Mobbing wird gesellschaftlich zurzeit stark diskutiert. In der Schulpraxis fehlt es Lehrern, dem Schulteam oder den Eltern aber oft an fundiertem Hintergrundwissen und konkreten Ideen, wie sie zielgerichtet handeln und betroffenen Schülern helfen können.
29,95 EUR
26,95 EUR
25,90 EUR
Mutig gegen Mobbing: in Kindergarten und Schule
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Letzte Aktualisierung am 18.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Würdest du einen Schulwechsel befürworten oder eher nicht?

Ich würde einen Schulwechsel immer befürworten, aber vorher sollte man immer ordentlich recherchieren ob es die richtige Schule, in unserem Falle -Integrativ- ist.

Möchtest du abschließend noch etwas mitteilen? Ich wünsche euch nur das allerbeste und vielen Dank für deine Mühe!

Ja, immer die Kinder ernst nehmen, auf Anreichen achten und sofort gegen das Mobbing agieren! Auch wenn es ein langer und oft auch steiniger Weg werden sollte, wie bei uns, Durchhalten, ist das A und O! Kämpfen für das Kind/Kinder! Sie sind das größte Gut, was wir haben und keiner darf dies zerstören oder verletzen! Keiner!

Wir wünschen dir auch nur das Beste!
Doreen und ihre Bande!

Weiterführende Links

Kurzfilm über Mobbing in der Schule

Habt Ihr bzw. Eure Kinder auch schon Erfahrungen im Bezug auf Mobbing sammen müssen? Was sind Eure Tipps um dagegen vorzugehen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

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Wenn aus Trauer – Liebe wird: Interview mit Vierfach-Mama Sandra

Zwillingsratgeber regenbogen Wenn aus Trauer - Liebe wird: Interview mit Vierfach-Mama Sandra

Nach langer Zeit endlich mal wieder ein neues Interview für Euch. 🙂

Liebe Sandra, schön, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast, stell Dich doch einfach mal kurz vor, wer gehört alles zu Dir, woher kommt Ihr?

Ich freue mich, dass du dich für mich und meine Geschichte interessierst, danke…!

Zwillingsratgeber Sandra-sw-45-731x1024 Wenn aus Trauer - Liebe wird: Interview mit Vierfach-Mama Sandra

Ja, mein Name ist Sandra und ich bin stolze Mama von vier wundervollen Kindern. Zwei davon leben zusammen mit mir und meinem Mann in einem kleinen Städtchen im Landkreis Coburg.

Meine zwei großen Kinder, unsere Zwillinge, leben bereits seit ihrer Geburt vor rund zehn Jahren als Sternenkinder im Himmel. Und dennoch, auf eine ganz besondere Art und Weise auch mitten unter uns…

Zwei Euerer Kinder leben nun schon viele Jahre nicht mehr bei Euch – Eure Zwillinge sind Sternenkinder. Möchtest Du kurz erzählen, wie es dazu kam?

Romy und Lenny waren absolute Wunschkinder. Mehr noch… Sie waren Wunsch-Zwillinge! Mein Mann und ich hatten immer den großen Traum, eines Tages Eltern von Zwillingen zu werden.

Als wir nach dreieinhalb Jahren Kinderwunsch leider noch immer nicht schwanger gewesen sind, begaben wir uns schließlich in die Hände der Medizin. Nach der ersten ICSI wurde ich schwanger! Dieser Moment, in dem der Arzt in der Kinderwunschklinik uns die freudige Nachricht übermittelte, dass ich schwanger sei, war der glücklichste meines bisherigen Lebens!

Offiziell wurde es uns erst weitere zwei Wochen später bestätigt, dass es zwei Babys sind, die da in mir heranwachsen – gefühlt aber waren Marco und ich bereits ab dem Zeitpunkt Eltern von Zwillingen, unseren Wunschzwillingen, als der Arzt diese zwei befruchteten Eizellen in mir eingesetzt hatte. Unser Glück war vollkommen – endlich sollte sich unser Traum verwirklichen!

Doch leider kam schließlich alles anders… Romy und Lenny kamen als ganz kleine Frühchen auf die Welt. In der 23. Schwangerschaftswoche. Unsere Tochter verstarb nach nur eineinhalb Stunden Erdenleben, unser Sohn nach dreizehn Stunden. Ich habe meine beiden Kinder nicht lebend gesehen, da ich nach dem Notkaiserschnitt selbst auf der Intensivstation gelegen war…

Kannst du deine bzw. Eure Gefühle in der ersten Zeit danach beschreiben?

Meine Welt hat sich an diesem Tag aufgehört zu drehen. All meine Glaubenssätze, meine Weltanschauung, meine innere Überzeugung, nach der ich bisher gelebt habe, und die mir immer vermittelt hatte, dass alles in unserem Leben aus einem bestimmten Grund passiert, ist an diesem Tag in tausend Teile zerbrochen. Ich fühlte mich völlig verloren und wusste nicht, wie ich in einem solch unsicheren Leben jemals wieder Fuß fassen könnte. Und am liebsten wäre ich meinen Kindern hinterhergesprungen, um ihnen dadurch wieder nahe zu sein… Ich merkte erst viel später, dass sie mir auch in irdischer Form nicht näher sein könnten, als sie es heute sind…

Wie sind die Menschen in Deinem Umfeld nach dieser Nachricht mit Euch umgegangen?

Die Reaktionen der Menschen aus unserem Umfeld waren ganz unterschiedlich. Unsere Familien und engen Freunde waren geschockt, wussten sie doch, wie sehr Romy und Lenny bereits Teil unseres Lebens waren und wie sehr wir die beiden bereits liebten und erwartet hatten. Sie wollten uns beistehen, aber mein Mann und ich konnten in der ersten Zeit keine anderen Menschen um uns herum ertragen. Unser Schmerz war zu groß. Wir mussten erst einmal alleine sein. Alleine, zu zweit, zu viert… Erst nach und nach konnten wir uns in die Arme unserer Familie und engsten Freunde fallen lassen. Manche Freundschaften überstanden diese schwere Zeit nicht. Manche hingegen wurden enger als je zuvor.

Gab es Sätze/Bemerkungen die Euch, evtl. auch erst später, getroffen haben und mit denen ihr schwer umgehen konntet?

Ja, die gab es. Sätze wie: „Ihr seid doch noch jung, ihr könnt doch noch Kinder kriegen“, oder „Wer weiß, wozu es gut war, bestimmt waren die beiden nicht gesund…“ trafen uns ganz besonders. Sogar die sicher nur gut gemeinte Frage „Wie geht es dir?“ löste häufig Heulkrämpfe und Wutanfälle bei mir aus, denn wie sollte es mir nach dem Tod meiner beiden Kinder schon gehen… Ich war sehr verletzlich und dementsprechend hatten es die Menschen in unserem Umfeld auch nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden, um uns in unserer Trauer zu trösten…

Eure beiden anderen Kinder kamen ja nach den Zwillingen zur Welt. Wie bekommt man es am besten hin, den nachgeborenen Kindern ihre Geschwister am besten nahe zu bringen? Gibt/Gab es spezielle Rituale für Euch?

Unsere beiden Folgekinder sind mit diesem ganz besonderen Bewusstsein groß geworden, dass ihre beiden großen Geschwister zwar nicht sichtbar „da sind“, aber dennoch einen ganz eigenen Platz in unserer Familie haben. Sie sind unsere Begleiter, unsere Engel, unsere himmlischen Kinder, die manchmal auch Schabernack treiben und Bauklötze verstecken, oder die zu Weihnachten, Ostern, Nikolaus und an Geburtstagen Geschenke bekommen.

Andere Geschenke als Erdenkinder vielleicht, aber sie werden trotzdem bedacht und in unseren Kreis miteingeschlossen. Auch von den Omas, Tanten und Cousins… Sie bekommen eben Geschenke in Form von Kerzen, oder bemalten Steinen, oder schönen Figürchen, die wir zusammen auf ihr Gärtchen (ihr Grab) stellen… Lenny bekam auch schon eine kleine Eisenbahn geschenkt oder Romy eine Barbiepuppe, die wir dann auf ein Blumengesteck von einer Floristin binden ließen und ihnen an ihrem Geburtstag zum Gärtchen brachten. Wir lassen Luftballons steigen, backen Geburtstagskuchen für sie, und binden sie in jede Familienfeier mit ein.

So war die gemeinsame Taufe von Melina und Jona gleichzeitig ein Gedenkgottesdienst für unsere Zwillinge… Romy und Lenny sind zwar nicht sichtbar, aber sie waren trotzdem für unsere Familie noch nie „nicht da“. Melina und Jona haben eine ganz besondere Verbindung zu ihren beiden Geschwistern im Himmel. Sie fühlen sie auf eine ganz leichte und kindliche Art und schenken uns dadurch häufig ganz zauberhafte Momente, in denen wir uns einfach ganz sicher sind, dass es da viel mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als manche von uns denken….

Die eigenen Kinder zu verlieren ist das schlimmste, was Eltern widerfahren kann und doch schreibst Du auf Deiner Webseite: „Nach und nach verloren sich meine Zweifel und Ängste in einer Vielzahl aus Momenten und Situationen, die mir begreifbar machten, dass das Leben so viel mehr war, als ich es bisher für möglich gehalten hatte! Ich entwickelte im größten Seelenleid eine unvorstellbare Herzensstärke und spürte im Zentrum dieser Liebe, dass es meinen Sternenkindern gut geht und dass die beiden mir noch so vieles vom Himmel aus zu sagen haben …“ – wie geht es Dir, 10 Jahre nach dem Tod Deiner Zwillinge, wie hat es Dich verändert?

Ich kann heute von mir behaupten, dass ich ein erfülltes und glückliches Leben führe. Ich bin im Frieden mit mir und meiner Geschichte. Ich fühle mich vom Leben reich beschenkt. Auch wenn es mich immer noch in manchen Momenten reißt und ich Romy und Lenny so gerne in Fleisch und Blut unter uns hätte. Aber dann erinnere mich daran, dass es nicht ihr Weg, nicht UNSER Weg gewesen wäre, und dass unsere Beziehung eben über zwei verschiedene Welten geht, und vielleicht genau aus diesem Grund heute so tief ist.

Romy und Lenny haben mich in einer Weise verändert, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Sie ließen mich stark werden, und gleichzeitig ganz weich, sie ließen mich wachsen, bis in den Himmel, sie ließen mich dankbar werden, all den Wundern, die ich täglich zusammen mit meinen beiden Erdenkindern erlebe, ja sie ließen mich an Wunder glauben, und diesen Glauben, dieses Glück, diese LIEBE kann mir keiner jemals mehr nehmen. Und heute gebe ich diese Herzensstärke an andere Menschen weiter…

Was würdest du dir wünschen, dass Menschen im Umgang mit Sternenkinder-Eltern besser machen?

 Ich würde mir wünschen, dass es mehr Menschen gibt, die Sterneneltern in ihrem Glauben an dieses andere Leben ihrer Kinder unterstützen. Dass sie es nicht als „esoterischen“ Kram abstempeln, wenn Eltern in Liebe von dieser ganz besonderen Verbindung sprechen, oder wenn sie gerührt von einem „Zeichen“ sprechen, dass ihr Himmelskind ihnen heute auf ihren Weg gelegt hat.

Ich würde mir wünschen, dass Eltern genauso trauern dürfen, wie es sich für sie gerade richtig anfühlt, und dass die Angehörigen dableiben und auf sie warten, bis sie wieder soweit sind und einen Schritt hinaus in diese Welt wagen, die ihnen am Anfang ihrer Trauer noch so fremd vorkommt. Und dass sie sie dann auf ihrem Weg der Trauer begleiten… geduldig und verständnisvoll und sie als die Menschen akzeptieren und ansehen, die sie nach der Geburt ihres Sternenkindes sind: Nämlich als Eltern.

Du hast Deine Erfahrungen auf dem Weg der Trauer in einem Buch (Wenn aus Trauer Liebe wird) veröffentlicht. Möchtest Du ein paar Zeilen darüber verlieren? Wie kam es dazu und wie hat Dir das Schreiben geholfen?

Bereits wenige Monate nach dem Tod unserer Zwillinge spürte ich diesen starken Impuls, eines Tages ein Buch schreiben zu müssen. MEIN Buch. Ich habe den Tod überlebt. Ich habe in meiner tiefsten Trauer Leben erfahren. Und unsterbliche Liebe. Und Verbindung. Und Wunder. Und ich hatte das Gefühl, dass ich vielen trauernden Menschen mit diesen heilsamen Erfahrungen helfen könnte…. Ich wusste, tief in mir, dass es irgendwann dieses „mein Buch“ geben würde. Ich wusste, dass es irgendwann an der Zeit dafür sein würde, mit dem Schreiben zu beginnen. Und ich vertraute darauf, dass ich es spüren würde, wenn der Tag dafür gekommen wäre… Ja, und seit Ende 2019 ist mein Herzenswerk veröffentlicht. Und die vielen Rückmeldungen meiner Leser*innen bestätigen mir immer wieder, wie wichtig es war, dass ich meiner inneren Stimme, der Stimme meiner Engel, vertraut habe und mich zusammen mit Romy und Lenny ans Schreiben unserer Geschichte gewagt habe.

Was hat Dir in den schlimmsten Phasen der Trauer am besten geholfen?

Das Schreiben. Und mein Glaube daran, dass es meinen Kindern gut geht, dort wo sie jetzt sind. Ich kann das so oft spüren! Und diesem Gefühl zu vertrauen und in diesem Glauben die Verbindung zu meinen Kindern zu spüren, die lächelnd nicken und immer an meiner Seite sind, das hat mich letzten Endes nach und nach wieder heil werden lassen.

Was würdest Du Angehörigen/Freunden von Sterneneltern raten, wie sie am besten auf die Situation ein- bzw. damit umgehen können?

Indem sie zuhören. Einfach nur zuhören, und da sind.

In der Selbsthilfegruppe „Sternenkinder Coburg“ bist Du Ansprechpartnerin für andere Sterneneltern, wie oft finden Eure Treffen statt und wie kann man Euch erreichen?

Unsere Treffen sind einmal im Monat, nach telefonischer Vereinbarung. Meistens am 3. Mittwoch im Monat. Die Telefonnummer ist 0151 – 26217284, wir haben auch eine Facebookseite „Sternenkinder Coburg“ sowie eine Emailadresse sternenkinder-coburg@gmx.de, die ich regelmäßig abrufe und beantworte.

Welche anderen Anlaufstellen kannst Du noch empfehlen?

Ich selbst bin Trauerbegleiterin beim Sternenkinderzentrum Bayern und als Ansprechpartnerin im Raum Coburg tätig. Hier begleite und unterstütze ich trauernde Familien in Einzelgesprächen nach der Geburt ihres Sternenkindes. Das Sternenkinderzentrum Bayern ist ein Netzwerk aus Trauerbegleitern, Hebammen, Doulas, Gynäkologen, Sternenkinderfotografen und Psychologen. Unsere Arbeit ist für betroffene Familien kostenlos. Wir sind zu erreichen unter www.sternenkinderzentrum-bayern.de, der Rufnummer 0951 – 50906101 oder der Emailadresse info@sternenkinderzentrum-bayern.de.

Du bist ja Familientrauerbegleiterin Fachrichtung StillBirth Care – was kann man sich genau darunter vorstellen und wie läuft so eine Trauerbegleitung ab?

Ja, ich bin meinem Herzensweg gefolgt und habe diese wundervolle, so lebensbereichernde Ausbildung im Sternenkinderzentrum Bayern bei Helga Schmidtke absolviert. Im August dieses Jahres konnte ich schließlich nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung aus meiner Berufung meinen Beruf machen und wir gründeten die Außenstelle Coburg des Sternenkinderzentrums Bayern. Eine „Trauerbegleitung“ ist so individuell, wie der Mensch selbst, der diesen schweren Verlust erlebt hat. Zusammen schaffen wir während der Begleitung Raum für die Trauer um das geliebte Kind, wir räumen ihm nach und nach einen festen Platz innerhalb seiner Familie ein und stellen uns all den vielen Fragen und Gefühlen, die ein solcher Schicksalsschlag im Leben der Sternenfamilien aufwirft. Da zu sein, Nähe zu geben, zuzuhören und aus der Bahn geworfene Gedanken, Gefühle, Ängste und Sorgen zu sortieren, Worte zu finden für Unaussprechliches und einen Weg ins Leben zu finden – nicht zurück ins Leben, sondern nach vorne, in dieses andere, dieses neue Leben, und zu lernen, diesem Leben wieder zu Vertrauen und gemeinsam mit dem Sternenkind im Herzen neuen Lebensmut zu schöpfen – das sehe ich als meine Aufgabe als Familientrauerbegleiterin Fachrichtung StillBirth Care an. Und diese Arbeit erfüllt mich von ganzem Herzen!

Gibt es noch etwas, was Du abschließend anderen Sterneneltern und/oder auch Angehörigen von Sterneneltern sagen möchtest?

Traut euch, an Wunder zu glauben!

Wie kann man Dich am besten erreichen?

Zwillingsratgeber 20191101_182845-734x1024 Wenn aus Trauer - Liebe wird: Interview mit Vierfach-Mama Sandra

Ui, da gibt es viele Möglichkeiten. Entweder über meine Webseite: www.sandra-wagner-autorin.de. Dort gibt es ein Kontaktformular, worüber ich gerne Post erhalte und diese auch immer mit großer Freude beantworte.

Ich liebe den direkten Kontakt zu meinen Lesern und mein „Buch Wenn aus Trauer Liebe wird“ darf auch über dieses Kontaktformular bestellt werden!

Facebook ist auch eine Möglichkeit, mit mir Kontakt aufzunehmen und mich kennenzulernen. Ich habe einen Blog und schreibe regelmäßig Beiträge zu meinen Herzensthemen Trauer, Tod und Neubeginn.

Bei Facebook findet ihr mich unter https://www.facebook.com/SandraWagnerAutorinTrauerbegleiterin. Es geht auch per Email unter sandra-wagner-autorin@web.de und ganz klassisch unter der Telefonnummer 09569-9999726.

Besten Dank für das wunderbare Interview – ich wünsche Dir und deiner Familie nur das Allerbeste.

Ich danke dir für die tolle Möglichkeit, mich und mein Herzensthema hier vorzustellen!

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Anzeige: Interview über iban Wallet – Das Sparkonto für das Smartphone

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Ich freue mich, Euch heute ein neues Interview vorstellen zu dürfen. Diesmal über die neue Sparplattform iban-Wallet.

Wenn Sie noch nie von Iban gehört haben, wie stellen Sie sich das am besten vor? Wie lässt sich das Angebot am besten in einem Satz erklären?

Denken Sie an den Kreditvergabeprozess: Ein Kreditgeber unterschreibt und vergibt einen Kredit an einen Kreditnehmer und erhält dafür Zinsen. Was Iban tut, ist, Investoren mit vertrauenswürdigen Kreditgebern in Verbindung zu bringen, um ihnen bei der Finanzierung ihrer Geschäfte zu helfen, auch gegen Zinsen. Da die Darlehensgeber höhere Zinssätze als die von Iban angebotenen Zinsen erhalten, können sie ihren Gewinn erzielen.

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Wie wird Ihr eigenes Geld gesichert? Müssen Sie um Ihr Geld fürchten?

Wir haben mehrere Maßnahmen zum Schutz der Gelder unserer Kunden ergriffen. Alle Investitionen sind durch Vermögenswerte abgesichert und beinhalten eine Rückkaufgarantie. Wir verfügen auch über unseren Safeguard Trust, der eine vollständig liquide Kapitalreserve darstellt. Wie bei jeder Investition sind die Mittel nicht garantiert, aber wir arbeiten hart daran, sie so sicher wie möglich zu machen.

Welche Gebühren werden erhoben?

Es gibt keinerlei Provisionen oder Dienstleistungsgebühren. Einige unserer Produkte beinhalten bestimmte Zeitrahmen, und die Anforderung einer Auszahlung vor ihrem Zeitpunkt würde zu einer Strafe führen, obwohl sie nur die aufgelaufenen Zinsen betreffen würde, nicht aber Ihr Anfangskapital.

Zwillingsratgeber Screenshot_2020-03-04-Iban-Investieren-Sie-und-erhalten-Sie-einen-festen-täglichen-Zinssatz-ab-25-effektiven-Jahreszins--1024x352 Anzeige: Interview über iban Wallet – Das Sparkonto für das Smartphone

Haben Sie auch Anlageprodukte, die nachhaltig investieren?

Nachhaltigkeit ist ein Anliegen für alle, und obwohl dies noch kein Parameter für unsere Produkte ist, bemühen wir uns, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten.

Ist es möglich, ein investiertes Produkt vorzeitig oder jederzeit zu beenden?

 Sind Ihre Angebote auch für junge Leute geeignet, die die erste Lehrlingsvergütung sparen wollen? Oder würden Sie davon abraten?

Wie bereits erwähnt, enthalten einige unserer Produkte einen bestimmten Zeitrahmen. Eine vorzeitige Beendigung führt zwar zu einer Strafe (die nur Ihre Interessen betrifft), aber es ist möglich, dies zu tun. Umgekehrt hat das Iban-Konto keine solchen Einschränkungen. Was die Eignung für junge Menschen betrifft, so sind wir der Meinung, dass unser Angebot im Wesentlichen ein demokratisches ist und dass jeder davon profitieren können sollte.

Wie kann ich Sie am besten kontaktieren, wenn Sie Fragen haben?

Wir haben auf unserer Website dedizierte Telefonleitungen für die Kundenbetreuung, wählen Sie einfach die für Ihre Region verfügbare aus. Sie können uns auch eine E-Mail an help@ibanwallet.com schicken.

Möchten Sie zum Schluss noch etwas sagen?

Wenn Sie Iban mit anderen Investitionslösungen vergleichen möchten, denken Sie bitte über den Vergleich zwischen Kindertagesstätten und Heimunterricht nach. Einige Leute haben die Mittel, um auf anderen Plattformen großartige Ergebnisse zu erzielen, aber das bedeutet, dass sie Zeit und Energie in die aktive Verwaltung ihrer Mittel investieren müssen, und vorausgesetzt, sie haben das Wissen dazu. Bei Iban kümmern wir uns für Sie um Ihre Investitionen, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass sie kostenlos sind.

Falls Ihr weitere Fragen habt, gerne ab damit in die Kommentare, sie werden auf jeden Fall weitergeleitet und beantwortet.

Weiterführend Links:

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung.
Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. Weitere Infos:
www.trusted-blogs.com/werbekennzeichnung

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Zweierpasch – eineiige Zwillinge machen Musik

Zwillingsratgeber zweierpaschmusik Zweierpasch – eineiige Zwillinge machen Musik

Interviewzeit – diesmal mit den eineiigen Zwillingen Felix und Till von der Band Zweierpasch aus Freiburg und Straßburg, seit letztem Jahr Adenauer De Gaulle Preisträger, der bisher an Helmut Kohl und Giscard d’Estaing oder Audrey Tautou und Daniel Brühl verliehen wurde. Danke Euch beiden, dass Ihr Euch für dieses Interview bereit erklärt habt. Sicher sehr interessant die Entwicklung mal aus der Sicht von erwachsenen Zwillingen zu sehen.

Lasst uns gleich beginnen. Erzählt doch mal bisschen über Euch, woher kommt Ihr? Wer gehört zu Euch und was macht Ihr so?

Till: Wir sind im Abstand von fünf Minuten auf die Welt gekommen, vor inzwischen 36 Jahren. Unsere Wahlheimat liegt in Freiburg und Straßburg. Aufgewachsen sind wir bei Heidelberg, bevor es uns einige Zeit in verschiedene Städte Deutschlands und vor allem Frankreichs verschlagen hat. Versehentlich werden wir öfters auch für Franzosen gehalten, sind wir aber nur im Herzen. Als eineiige Zwillinge machen wir einiges gemeinsam, haben als Musiker und Bandmanager eine enge berufliche Verbindung, brauchen aber auch immer wieder unseren Abstand zueinander. Zwillinge werden wissen, wovon wir sprechen.

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Zweierpasch – Europa bis Westafrika (Credits Zweierpasch)

Wann habt Ihr beschlossen, gemeinsam Musik zu machen? Was hat den Ausschlag gegeben?

Felix: Als Zwilling hat man definitiv eine besondere Verbindung. Seit wir 15 sind, war Musik für uns das große Ding. Zunächst als Hobby, dann als Beruf. Dass wir das gemeinsam machen, war irgendwie immer klar. Als Künstler pushen wir uns gegenseitig, im Musikbusiness muss man sich durchschlagen können, alleine wären wir soweit nicht gekommen. Die 2 haben wir uns zum Markenzeichen gemacht: 2 Sprachen, 2 Brüder, 2 Länder, kein 2fel 🙂 Der Bandname Zweierpasch war dann logische Konsequenz, auch wenn dazu noch etwa acht weitere Personen gehören.

Till: Schlüsselmomente für unseren Fokus auf eine Musikerkarriere waren etwa die Einladung von Udo Lindenberg 2014, Tourneen in Afrika oder Osteuropa, der Adenauer de Gaulle Preis 2018 in Paris oder die Vorband für Nico Santos.

Wie beschreibt Ihr Eure Musik am besten?

Felix: Wir nennen unser Genre “World HipHop”. Wir kommen aus der HipHop-Kosmos, finden das heute aber zu eng und zu belastet. Wir mischen HipHop mit Reggae, Dancehall, World Music, Funk und Chanson. Unser große Band erfindet sich immer wieder neu, unsere Bläsersection wächst, wir experimentieren mit elektronischen Klängen. Man könnte uns vielleicht zwischen The Roots und Irie Révoltés einordnen, oder auch ganz anders. In zwei adjektiven : poetisch politisch. Das bringt es gut auf den Punkt. 

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Ende November erscheint ja Eure neue CD, inklusive dem Zwillingssong „Meilensteine“ – was hat es damit auf sich?

Till: Die Albumveröffentlichung steht kurz bevor, am 29. November ist es soweit. Wir feiern das mit einem “Zwillingskonzert” in Freiburg und Colmar, als in beiden Ländern. Es gab früher schon mal einen Song übers Brudersein, da war aber mal ein Update fällig. “Meilensteine” ist ein Track der uns ganz besonders am Herzen liegt. 

Felix: Zwillingsein ist lebensprägend. Unsere Wege verlaufen aber nicht immer parallel. Im Lied heißt es : “folgen Spuren, die sich vereinen, kreuzen Yin und Yang und setzen Meilensteine”. Das Album wurde “Un peu d’Amour” (Ein bisschen Liebe) getauft. In politisch unruhigen Zeiten ist Zusammenhalt unverzichtbar, zwischen Brüdern, Freunden, Bevölkerungsgruppen, Religionen. Obendrein ist unser Gitarrist vor kurzem Vater von Zwillingen geworden. Wir werden auch beide um den Jahreswechsel Vater, das Zwillingsding hört einfach nicht auf. 🙂

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Zweierpasch – Rebell (Credits Stefanie Ringshofer)

Ich hatte im Vorfeld, andere Leser meiner Webseite gefragt, welche Fragen sie am meisten interessieren würde, wenn man die Möglichkeit hat, mal erwachsene Zwillinge zu befragen, diese möchte ich Euch nachfolgend noch stellen. Wir sind gespannt auf die Antworten 😊

Habt Ihr Euch schon einmal in die gleiche Frau verliebt? Und kam es diesbezüglich mal zu Verwechslungen, weil Eure Partner Euch nicht auseinanderhalten können?

Till: Mit Beziehungssachen ist nicht zu scherzen, Lehrer, Kollegen oder Freunde muss man als Zwilling aber unbedingt an der Nase herumführen. In die gleiche Frau verliebt haben wir uns noch nicht so richtig, ist vielleicht auch gut so. Unserer Partnerinnen erkennen uns eigentlich blind, aber lustige kleine Verwechslungen wie eine versehentliche Umarmung von hinten im Tumult einer Party, das kam schon mal vor und sorgte bei allen für Erheiterung.

Fühlt Ihr Euch jetzt, als Erwachsene immer noch so verbunden, wie als Kinder oder habt Ihr Euch eher auseinandergelebt? Wie groß sind die Unterschiede in Eurem Verhältnis von früher zu jetzt?

Felix: Zunächst waren wir uns als Kinder optisch einfach zum verwechseln ähnlich. Unsere Eltern entschieden sich eines Tages dafür, Felix einen Fingernagel lila zu lackieren, damit keiner 2x gestillt wird. Bei Baby- und Kinderfotos wird heute noch heiter diskutiert, wer wer ist. Inzwischen fragt man uns eher: “Was, ihr seid Zwillinge?” Unser gemeinsames Musikersein verbindet uns enorm, aber natürlich auch das Private. Jeder lebt sein Leben, aber mit vielen Schnittpunkten.

Zwillingsratgeber zweierpasch-interview-1024x678 Zweierpasch – eineiige Zwillinge machen Musik
Zweierpasch

Rückblickend gesehen, habt Ihr Euch immer gerecht behandelt gefühlt oder eher nicht?

Felix: Als Zwillinge wurden wir in Schulzeiten gerne gemobbt, wir hatten rote Haare, Sommersprossen und sahen uns super ähnlich. Das war nicht immer einfach. Nach der gemeinsamen Schulzeit war unbedingt eine Trennung nötig. Wir wollten endlich als eigenständige Personen wahrgenommen werden. Fragen à la “Wie gehts EUCH”, Was macht IHR am Wochenende” oder “Was wünscht IHR euch zum Geburtstag” waren wir echt satt. Da einen eigenen Weg zu gehen, verschiedene Studiengänge zu machen, verschiedene Berufsfelder zu haben, das hat uns gestärkt. Trotzdem genießen wir es, unsere Kräfte zu bündeln. Wir sind als Zwillinge ein schwer zu schlagendes Team.

Gibt es etwas, was Ihr uns Zwillingseltern als Rat mitgeben würdet? Was können wir als Eltern gegen Streit und Konkurrenzkampf zwischen den Zwillingen tun?

Till: Zwillinge unterschiedlich sein lassen und als Einzelpersonen wahrnehmen, auch wenn sie ein Doppelpack sind. Man vergleicht sich zwangsläufig, was nicht immer einfach ist, sei es etwa bei unterschiedlichen schulischen Leistungen oder Erfolg im Liebesleben. Wir waren lange in der gleichen Klasse. Ich würde das wieder so wollen, erst in der Oberstufe haben wir verschiedene Kurse gewählt. Das war gut so. 

Felix: Nicht immer einfach war es sicher auch für unsere Schwester, sie war die Dritte im Bunde. Darauf sollten Eltern auch ein Auge haben. Wir haben, das fällt mir noch ein, als Kinder die Tendenz entwickelt, schnell zu sprechen. Ich glaube das kam daher, dass uns beiden oft gemeinsame Fragen gestellt wurden, jeder wollte zuerst antworten. Auch darauf könnte man als Eltern Acht geben.

Auf was würdet Ihr achten, wenn Ihr selbst Zwillinge bekommen würdet?

Felix: Wie oben gesagt, sie in ihrem Zwillingssein stärken, ihnen aber das Gefühl geben, verschieden sein zu dürfen, ein Individuum zu sein. Ich würde Ihnen empfehlen, verschiedene Berufe zu lernen. Wir sind studierter Politikwissenschaftler und Pädagoge (Felix) sowie Journalist (Till). Sollten sie später gemeinsame Sache machen wollen, haben sie gleich verschiedene Kompetenzen vereint, ist doch ideal. 

Was empfandet Ihr schlimm und würdet Ihr Eltern raten, auf keinen Fall zu tun?

Till: Wir hatten häufiger die gleiche Kleidung, aber in verschiedenen Farben. Wie auch heute noch auf der Bühne, rot bei Till, blau bei Felix. Exakt das gleiche zu tragen würde ich spätestens nach der Babyzeit absolut vermeiden. Das verstärkt nämlich genau das, was wir als negativ erfahren haben: Nicht als eigenständige Person wahrgenommen zu werden.

Wart Ihr in der Kita und/oder Schule getrennt oder zusammen? Wie empfandet Ihr dies und würdet Ihr eigene Zwillinge eher trennen oder gemeinsam die Schule/Kita erleben lassen?

Felix: Wir haben diese Zeit zusammen erlebt und erst zum Abitur verschiedene Kurse belegt. Ein Jahr echte Trennung nach der Schulzeit hat uns dann aber gut getan, bevor wir zum Studieren wieder gemeinsam nach Freiburg gegangen sind. Heute leben wir in verschiedenen Städten, haben aber täglich Kontakt.

Gab es bei Euch jedes Spielzeug doppelt oder eben nur 1x? Wie fandet Ihr dies?

Felix: Wir hatten einiges doppelt, einiges gemeinsam. Je älter man wird, desto wichtiger wird vielleicht das Eigene. Teilen zu lernen ist elementar, nicht nur zwischen Brüdern und Schwestern, auch im größeren Kontext. Neid und Habgier stürzt unsere Welt bis heute in Konflikte und Kriege. Insofern würden wir Eltern eher generell darin bestärken wollen, eine Familie mit mehreren Kindern zu planen. Das ist eine Festung, fürs Leben. Und dazu Auslandserfahrungen ermöglichen, fremde Kulturen kennen lernen. Wir haben daraus unsere Kraft und Inspiration für unsere Kunst und unser politisches Wirken gezogen.

So genug der Fragen von uns neugierigen Eltern 😉 Wie kann man Euch am besten erreichen? Wo findet man Eure Webseite und andere Kontaktmöglichkeiten?

Till: Am nähesten dran ist man über Social Media, da gibt es regelmäßig auch Zwillingsbilder. Auch unsern Blog füttern wir sehr regelmäßig.

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Unsere letzte Single “Lichter” gibt es mit Video auf Youtube. Sonst natürlich alles auf Spotify, Deezer, Apple Music etc. Das Album “Un peu d’Amour” mit dem Zwillingssong “Meilensteine” gibt es ab dem 29.11. auf allen Kanälen und für Liebhaber als Doppelvinyl.

Wollt Ihr abschließend noch etwas mitteilen? Dann ist hier der richtige Moment.

Felix: Wir sagen Danke und grüßen alle Zwillinge, Zwillingseltern und Zwillingsgeschwister. Freuen uns euch auf Social Media zu begegnen. Vielleicht spielen wir ja auch mal ein Zwillingskonzert, mit Zwillingen, unter Zwillingen. Das wäre doch was. So wenige sind wir ja gar nicht.

Danke Euch für das tolle Interview und wir wünschen Euch weiterhin viel Spaß bei Eurer Musik und alles Gute.

 

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Tipps für die besten Zwillings- und Drillings-Babyfotos von Bianca Rosenberger

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Liebe Bianca, schön, dass Du Dich für dieses Interview bereit erklärt hast. Stell Dich doch bitte kurz vor, woher Zwillingsratgeber Bianca-Nphoto-683x1024 Tipps für die besten Zwillings- und Drillings-Babyfotos von Bianca Rosenberger  kommst Du, wer gehört zu Dir, was machst Du so?

Mein Name ist Bianca Rosenberger, ich bin 46 Jahre alt und komme aus der schönen Eifel. Ich habe wohl einen der schönsten Berufe der Welt, und zwar als spezialisierte Fotografin im Bereich „Neugeborene, Baby, Kinder und Schwangere“.

Durch mein Leben begleiten mich meine Tochter Enya, mein Mann Marcus sowie unsere 2 Hunde, Shiva und Luna, unsere drei Katzen, Lilly, Tiffy und Otis. Sie geben mir immer Sicherheit und Halt in jeder Situation.

Wann hast Du Dich entschieden, Babyfotografin zu werden und was hat den Ausschlag dafür gegeben? Wer oder was inspiriert dich bei der Arbeit?

Ich wollte schon immer Fotografin werden, nur leider war das früher nicht möglich: Ich hätte selbstständig Filme entwickeln müssen und gesundheitlich war mir das nicht möglich. Mich haben Bilder immer schon fasziniert und ganz früher wurde ich dahingehend auch von meiner Mutter unterstützt, die meine Filme für mich zum Entwickeln ins Labor brachte. Irgendwann gab es dann sogar den „Overnight Express“, was mich in jungen Jahren sehr happy machte, denn dadurch ging die Entwicklung der Filme noch schneller voran. Als dann die digitale Fotografie ins Leben gerufen wurde, war mir sofort klar: Jetzt oder nie!

Bei der ILS in Hamburg habe ich dann innerhalb von zwei Jahren auf meinen Traumberuf hingearbeitet. Aber erst richtig zufrieden war ich nach den ersten Workshops im Bereich „Neugeborenen Fotografie“. Ich wusste genau: Das ist mein Leben! Da ich sehr kreativ und geduldig bin, inspiriere ich mich jeden Tag selbst, aber ich habe auch ganz viele großartige Kollegen, mit denen ich mich austauschen kann. Wir ergänzen uns ohne Konkurrenzdenken.

Mit welchem Equipment bist du unterwegs und hast du fotografische Vorbilder?

Ich bin bekennender Nikon-Fan, ich besitze mehre Kameras im Vollformat und auch natürlich einige Objektive.

Mit Neugeborenen bleibe ich grundsätzlich in meinem Homestudio. Bei anderen Shootings geht es auch mal gerne in die Natur. Da wir in der Eifel sind, gibt es davon hier noch genug vor der eigenen Haustür.

Meine fotografischen Vorbilder? Es gibt immer großartige Kollegen, die mich in ihren Bann ziehen. Mir fällt es schwer, nur einen oder zwei zu nennen, da sind schon eine Menge großartige und fähige Fotografen und Fotografinnen. Das Ding ist: Jeder hat seinen eigenen Stil und somit auch seine Handschrift.

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil am ehesten beschreiben?

Mein Stil ist ganz schnell erklärt: Ich liebe es minimalistisch, weiß/beige/hellgrau/rosé im Vintagestil. Bunt gibt es bei mir nicht, dafür gibt es wiederum Kollegen, die das anbieten.

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© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Wann ist Deiner Meinung nach dem besten Zeitpunkt für Newbornfotos?

Die besten Newborn-Fotos bekommt man nur zwischen dem 1.-14. Lebenstag, weil sich in diesem Zeitraum die kleinen Mäuse noch problemlos in die Fötus-Stellung legen lassen, was auf Fotos besonders niedlich wirkt. Das nennen wir Fotografen „Posen“. Meine Erfahrung hat gebracht, dass Babys morgens auch viel entspannter sind als nachmittags oder abends. Daher vergebe ich meine Termine sehr gerne morgens gegen 10:00 Uhr. Da sind die Babys von der Nacht ausgeruht und haben noch nicht viele Eindrücke erlebt vom Tag.

Hast Du besondere Tipps, um die Eltern auf das Fotoshooting vorzubereiten?

Da meine Kunden schon in der Schwangerschaft mit mir in Kontakt treten, um ihre Babybauchshootings und Newbornshootings zu buchen, kommunizieren wir alles bereits sehr früh und haben die Chance, alles in Ruhe zu besprechen.

Ich rate den Eltern, einfach immer „alles“ mitbringen, was der kleine Sonnenschein direkt benötigt. Alles andere habe ich aus Sicherheit immer im Studio und unser kleiner Supermarkt hat sich auch darauf eingestellt, wenn wir mal etwas brauchen. Wenn sie aus der Nähe kommen, wäre es gut, das Neugeborene immer am besten kurz vorher zu füttern. Aber die Süßen sind halt keine Maschinen und so bekommen sie eben nach Bedarf hier im Studio ihre Nahrung. Es ist ratsam, weiche und lockere Kleidung anzuziehen. Abzuraten ist, die Babys kurz vor dem Shooting zu baden, weil sich dadurch die Hautschüppchen lösen. Aber durch die Bildbearbeitung werde ich auch damit fertig, sodass die Eltern später eine absolut einmalige Erinnerung haben werden.

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© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Was benötigt man, wenn man an einem Fotoshooting bei Dir teilnehmen mag?

Nachdem die Kunden mit mir in Kontakt getreten sind, erfrage ich den vorläufigen Entbindungstermin. Zuerst wird eine Terminreservierungsgebühr über 50Euro fällig, die dann beim Shooting verrechnet wird. Sie kann jedoch nicht zurückerstattet werden. Die Buchungen finden meist recht früh ab der 12ssw. statt. Allerdings gibt es auch mal kurzfristige Termine, wenn es dann für alle Beteiligten passt, freuen sich natürlich alle.

Sobald der kleine Sonnenschein auf der Welt ist, bekomme ich nach der Geburt, spätestens am nächsten Tag, eine Nachricht und die Eltern erhalten ihren Termin. Die Termine sind immer montags bis donnerstags innerhalb der ersten 14 Lebenstage.

Sollte es ein geplanter Kaiserschnitt sein, wird ein Fixtermin ab dem 10. Lebenstag ausgemacht, Mama und Kind geht es bis dahin dann meistens wieder gut.
Sollten es Frühchen sein, bekomme ich auch, sobald es möglich ist, eine Nachricht. Ich rate den Eltern, sich dann bei mir zu melden, sobald sie wissen, dass sie entlassen werden. Denn wenn die Kleinen entlassen werden, sind sie auch für ein Shooting bereit.

Welche Unterschiede siehst Du in der Fotografie von einem einzelnen Kind oder Zwillingen bzw. Drillingen? Worauf musst Du am meisten achten? Welche Situationen sind am schwierigsten?

Bei Zwillingen arbeite ich meist mit einer Assistentin, bei Drillingen müssen die Eltern auch oft mithelfen, die Kinder zu beruhigen. Mit einem ist es einfacher, da ich mich nur auf ein kleines Wesen konzentrieren kann. Bei Mehreren besteht nun mal die Gefahr, dass sie sich gegenseitig wecken und animieren. Aber auch das schaffen wir dann gemeinsam in einer liebevollen und entspannten Atmosphäre.

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© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Werden Eltern und/oder Geschwister in das Shooting eingebunden?

In den Jahren habe ich mir ein Konzept erarbeitet, welches ich abarbeite. Die Bilder sehen zwar immer anders aus, aber ich weiß aus Erfahrung, wie das Schlafverhalten der Babys abläuft. Deswegen baue ich erst verschiedene Sets auf, fange dann immer erst mit den Neugeborenen an und erst dann geht es zum Geschwistershooting.

Kleine Geschwisterkinder können das Baby meist nicht halten und so wird geschaut, was machbar ist und wie man das Ganze möglichst gut umsetzen kann. Manchmal sind es auch mehrere Geschwisterkinder, die mit aufs Foto möchten. Anschließend mache ich Hände- und Kuschelbilder mit der Mama & Papa. Dann dürfen sie den kleinen Menschen wieder anziehen. In der Zeit baue das Set um und halte dann noch Familienbilder der kompletten Familie fest.

Ab und an gibt es Geschwisterkinder, die in der Schule sind, manchmal fehlt bei den Aufnahmen auch ein Papa, der nicht kann. Dann mache ich meist einen zusätzlichen Termin aus, bei dem dann die Möglichkeit besteht, diese Bilder nach zu holen.  

Auf deinen Fotos sehen die Babys immer so zufrieden aus. Wie gehst du mit den Babys um? Wie beruhigst du die Babys im Notfall?

Mein Geheimnis: Viel Geduld, Kuscheln, viel Ruhe und Gelassenheit.

Ich gebe den Eltern und der Familie meine Ruhe ab, es überträgt sich auf sie. Jede Mama ist erstmal nervös und fragt sich, ob es denn auch funktioniert. Sehr schnell sind sie aber beruhigt und entspannen sich. Manche Neugeborenen schlafen sofort, andere brauchen länger. Ich schaffe eine sehr entspannte, harmonische Situation und nehme auch schnell der Mama oder dem Papa das Baby ab, um das Baby an mich zu gewöhnen. Somit kann die Nervosität der Eltern nicht übertragen werden und ich signalisiere, dass das Baby in meinen Armen gut aufgehoben ist.

Bei eindeutigem Bauchweh massiere ich das Bäuchlein, ich wiege sie hin- und her, gerade das, was das Baby braucht. 2017 hatte ich das tausendste Newborn und bis heute habe ich nur 4 Shootings abgebrochen, weil das Neugeborene wirklich Probleme hatte und gar nicht zu beruhigen war. So etwas kann und möchte ich dann nicht verantworten. Eltern wünschen sich sehr oft bestimmte Posen, allerdings muss ich schauen, ob das Neugeborene es zulässt. Das Baby geht immer vor, vor den Wünschen der Eltern. Das kleine Mäuschen ist die Hauptperson bei dem Shooting und es soll ihm an nichts fehlen.

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© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Was gibt es bei der Wahl des richtigen Fotografens zu beachten, dass man sich gerne an das Shooting erinnert und die Fotos gerne anschaut?

Wenn man auf der Suche nach einem guten und passenden Fotografen/Fotografin für Neugeborenen ist, sind folgende Punkte zu beachten: Ist derjenige auf reine Neugeborenen-Fotografie spezialisiert? Ist sein Studio auf die Kleinsten ausgerichtet?

Wichtig ist es, während des Shootings keinen Kundenverkehr zu haben, demnach kein öffentliches Studio mit Öffnungszeiten. Man kann vorab auf der Homepage Bilder ansehen und mit anderen Fotografen vergleichen, um herauszufinden, welchen Stil mag man. Man kann sich auch Tipps und Empfehlungen von Freunden und Bekannten einholen und deren Bilder zu sichten. Abzuraten ist in meinen Augen ganz klar, nur auf den Preis zu achten, denn hierbei steht Qualität ganz klar über der Quantität und für die Babys ist es wichtig, sich besonders gut und wohlfühlen zu dürfen.

In den ersten 365 Tagen entstehen auch daheim viele Fotos, was rätst Du Eltern, wie man diese Zeit auch gerade mit Zwillingen und Drillingen am besten festhält?

Mein oberstes Gebot: Bilder gehören meiner Meinung nach nicht auf ein Handy oder eine Festplatte. Druckt sie aus, lasst euch Alben binden! Bilder auf einem Laptop oder einem Rechner gehen schnell einmal verloren und dann sind alle Erinnerungen weg und das wäre eine wirkliche Katastrophe.

Ich selbst arbeite mittlerweile mit einem Kooperation Partner (Nphoto) zusammen, der handgefertigte Alben anbietet. Sie sind preislich im hohen Bereich, aber eine Kostbarkeit, die man sonst nirgends findet. Ich bin ein absoluter Fan davon und habe auch viele Kunden, die sie lieben.

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© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Wenn man Mehrlinge hat – macht man viele Fotos: Welche Motive dürfen Deiner Meinung nach nicht fehlen? 

Kleine Zuckerschnuten, klitzekleine Öhrchen, winzige Füßchen, Details ohne Ende.
Es sind alles Dinge, die einen Wimpernschlag vom Großwerden sind und man diese Momente nie wieder zurückbekommt. Ich habe übrigens auch schon Workshops für Mamas angeboten und gezeigt, wie man seine Babys/Kinder selbst fotografieren kann. Ich habe die Eltern animiert, die Kleinen einfach laufen zu lassen und nur Momente im freien Spiel einzufangen, mit ihnen auf Augenhöhe zu gehen.

Bietest Du auch Cake-Smash Geburtstags Shootings an? Falls ja, was kann man sich darunter vorstellen? Wie läuft dieses Shooting ab?

Seit 2010 biete ich Cake-Smash zum 1/2/3/4 Geburtstag an.
Bei den Einjährigen gibt es immer einen Kuchen und viel Deko. Manche Kinder fangen gerade dann an, die Welt zu entdecken und flitzen schon. Beim Cake-Smash- Shooting bleiben sie aber voll fasziniert sitzen, entdecken mit Rieseninteresse, wie ihre Fingerchen durch die Creme gleiten. Sie probieren den Kuchen mit ganz viel Neugierde.

Die Shootings laufen immer sehr gleich ab, ich begleite die Babys fotografisch beim Entdecken des Kuchens, dies geht natürlich mit viel Geschmiere vonstatten: Das mit den Händen und dem Mund funktioniert noch nicht so gut und ist Ultra süß zum Festhalten. Im Abschluss gibt es dann noch ein Badeshooting, damit man die Kleinsten auch wieder sauber mit nach Hause bekommt.

Zwillingsratgeber Bianca-Photografie_3llinge-Cake-Smash-47-1024x1024 Tipps für die besten Zwillings- und Drillings-Babyfotos von Bianca Rosenberger
© Copyright: Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Was möchtest Du Zwillings- oder Drillingseltern mit auf den Weg gehen, die darüber nachdenken sich bzw. Ihre Babys von Dir fotografieren zu lassen?

Am Anfang meiner Karriere habe ich eine Hebammenbegleitung in Anspruch genommen und somit Sicherheit im Umgang mit den Kleinsten erhalten. Kleine Wehwehchen zaubere ich mit viel Aufmerksamkeit und behutsamen Bewegungen weg und so erhalte ich die wundervollsten Bilder von zufriedenen Babys.

Wie kann man Dich am besten erreichen und wieviel Vorlaufzeit brauchtes, bis man einen Termin bei Dir erhalten kann?

Über Whatsapp   + 49 151 610 38 556 , per Email unter kontakt@bianca-photografie.de oder direkt über meine Webseite : https://www.bianca-photografie.de/ dort bin ich immer zu erreichen. Es kommen auch viele über meine Seite bei Facebook: https://www.facebook.com/BiancaPhotografie/

Die beste Zeit zum Buchen ist immer nach der 12. Schwangerschaftswoche, aber mindestens 3-4 Monate vorm vorläufigen Entbindungstermin.

Möchtest Du abschließend noch etwas mitteilen? Dann ist hier der richtige Moment dazu gekommen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken und freue mich auf weitere kleine Wunder, die ich in meinem Studio kennenlernen darf.

Danke für das großartige Interview und viel Erfolg und Geduld für Deine Arbeit

Weiterführende Links:

 

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Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Zwillingsratgeber großfamilie-echtkind Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Heute mal wieder ein neues Interview für Euch. Ich freu mich, Euch heute Alexandra von extrakind.de vorstellen zu dürfen.

Liebe Alexandra schön, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast, stell Dich doch einfach mal kurz vor, wer gehört alles zu Dir, woher kommt Ihr?

Mein Name ist Alexandra Jaeger. Ich bin 38 Jahre alt und Mama von fünf Kindern. Einem Mädchen und vier Jungs (12, 10, 4 und doppelt 1). Gemeinsam mit meinem Mann Chris leben wir in einem kleinen Dorf im Calenberger Land. Wenn wir über unseren Hühnerzaun schauen, könnten wir theoretisch die ersten Häuser des 14 Kilometer entfernten Hannovers sehen. Aber dazwischen liegt noch zeimlich viel Landleben.

Zwillingsratgeber echtkind-alexandra-familie Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

2017 habt Ihr erfahren, dass Du mit Zwillingen schwanger bist. Was waren Eure ersten Gedanken?

Ich war fassungslos. Vor Glück. Und auch sonst. Fünf Kinder?! Schaffen wir das? Wie wird die Schwangerschaft mit den Zwillingen? Geht alles gut? Oder werde ich lange ausfallen? Und wer hält dann hier unseren Großfamilienalltag aufrecht?

Ich hatte plötzlich so viele Fragen im Kopf, von denen ich als erfahrene Mama eigentlich gedacht habe, dass ich sie mir nicht mehr stellen muss. Eines wusste ich aber sofort: Die zwei gehören zu uns! Dieses Doppel-Geschenk geben wir nicht mehr her!

Wie hat Dein Umfeld auf die Schwangerschaft reagiert?

Die erste unvergessliche Reaktion kam von meinem Mann. Ich saß im Auto und kam gerade vom Frauenarzt. Vorne auf dem Amaturenbrett das erste Bild unserer beiden Wunder. Mein Herz voller Frage- und Ausrufezeichen. Meine Gedanken im Achterbahnmodus. Glück. Verzweiflung. Komplettes Gefühlschaos.

Dann sein Anruf. „Was hat der Arzt gesagt?“ „Schwanger?!? Oh, wie schön!!!! Komm schnell nach Hause, dann erzählst Du mir alles!“

Ich: „Mach ich.“

Er legt auf.

Dann klingelt das Handy erneut.

Wieder Chris: „Könntest Du bitte beim Baumarkt halten und unsere Küchenarbeitsplatte abholen – die ist nämlich jetzt da?“

„Nein, Schatz, kann ich nicht.“ „Warum nicht?“

Ich: „Weil ich hier fünf unterschiedlich große Kinder im Auto habe…“

Kurze Zählpause. Dann: „Nimm sie doch schnell mit rein?!“ Wieder kurze Zählpause. Dann: „Wieso fünf???!!!????“

Wie Du Dir vorstellen kannst war an diesem Tag niemand mehr beim Baumarkt… Wir haben es dann auch sofort allen erzählt! Und alle haben ganz wunderbar reagiert. Irgendwie hat das weder meine Familie noch unsere wundervollen Freunde gewundert. Scheint zu uns zu passen, Zwillinge zu haben. Die Freude war jedenfalls überall riesig!

Was sind Deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen einer Schwangerschaft mit einem Kind und einer Schwangerschaft mit zwei- oder drei Kindern?

Die körperliche Belastung einer Zwillings- oder gar Drillingsschwangerschaft ist enorm. Das Herz pumpt Unmemengen Blut. Der Bauch wächst schneller und wird auch schneller groß. Heißt: Selbst wenn alles nach Plan läuft und der Mehrlingsmama eine wunderschöne Schwangerschaft beschert ist, muss sie sich darauf einstellen, wochen- vielleicht sogar monatelang als hochschwangere Frau herumzulaufen.

Dazu kommt die fehlende Weitergabe von wertvollen Erfahrungen anderer werdender Mütter und die damit verbundene Unsicherheit. Die wenigsten haben das Glück, im direkten Freudes oder Familienkreis eine andere Zwillingsmama zu haben, auf deren wertvolle Erfahrungen sie zugreifen können und die ihnen einafach mal sagt: Ihr schafft das! Und am besten auch noch wie. Deshalb habe ich extrakind gegründet. Es ist einfach unglaublich, dass Mehrlingseltern immer noch die Erfahrung machen, dass so getan wird, als sei bei ihnen alles wie bei allen anderen.

Jede Mutter sollte die Möglichkeit haben, sich individuell auf Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit vorzubereiten. Und es kann ja sicher niemand ernsthaft der Meinung sein, es würde keinen Unterschied machen, ob eine Frau ein, zwei oder drei Babys zur Welt bringt und ein, zwei oder drei Babys trägt, stillt, schmust oder wickelt.

Zwillingsratgeber echtkind-zwillinge Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Während meiner Zwillingsschwangerschaft gab es noch keinen Geburtsvorbereitungskurs für Mehrlingseltern, gab es den bei Dir, falls nein, hättest Du gerne einen besucht?

Im Umkreis von 200 Kilometern habe ich keinen speziellen Geburtsvorbereitungskursus für Zwillings- und Drillingseltern gefunden. Und ich hätte wirklich dringend einen gebraucht. Das sage ich, obwohl ich vor den Zwillingen ja schon drei Kinder entbunden hatte.

Die Fragen sind einfach andere. Wo sollen die Zwillinge zur Welt kommen? Wann ist eine Spontangeburt möglich? Was passiert zwischen Zwilling eins und zwei? Wie stille ich Mehrlinge? Was brauche ich wirklich und was ist eher überflüssig? Ich habe mich ein bisschen so gefühlt, wie beim ersten Kind.

Klar. Mir musste niemand mehr erklären wie ich eine Wehe veratme oder wie ich mich in den Wehenpausen ein wenig entspanne. Und ich wusste auch, was Wochenfluss ist und wie ich meine Milchbildung fördere. Aber wie so eine Mehrlingsgeburt wirklich abläuft, das wusste ich nicht. Ich hätte gern jemanden getroffen, der mir sagt, dass das häufig völlig komplikationslos vonstatten geht, dass das tausende Frauen vor mir geschafft haben und wie ich unterstützt werde, wenn doch etwas anders läuft als geplant. Ich hätte gern offen über das Thema Kaiserschnitt gesprochen. Offen über das Thema Frühchen. Und ohne Druck über das Thema stillen.

Und weil da niemand war, habe ich es selbst in die Hand genommen und extrakind gegründet. Zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover bieten wir spezielle Geburtsvorbereitung für werdende Zwillings- und Drillingseltern an. Geleitet wird der Kurs jeweils von einer mehrlingserfahrenen Hebamme und einem Oberarzt. Auch eine Stillberaterin gehört zum Referententeam. Zudem erzählen eine Zwillings- und eine Drillingsmama aus ihrem herrlich bunten, lauten und anderen Alltag. Lebenspraxistraining nenen wir das.

Die Botschaft: Euch erwartet sicher eine große Herausforderung aber ebenso sicher ein noch größeres Geschenk!

Zwillingsratgeber zwillinge Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

In welchen Momenten kamst oder kommst du an deine Grenzen – wie händelst du das Leben in Eurer Großfamilie.

Ich stoße regelmäßig an Grenzen. So wie jede Mama. Ob sie nun ein, zwei, drei oder mehr Kinder großzieht. Besonders eng wird es für mich aber, wenn ich mit zu hohen Erwartungen an mich oder die Kinder herantrete. Besonders dann, wenn alles perfekt laufen soll, wenn ich vergesse, dass man sich nun einmal entscheiden muss, zwischen der Waschmaschine, dem Staubtuch und dem Zoo, dem frisch zubereiteten Mittagessen, dem Spanisch-Vokabeltest der Großen, dem Schwimmbad, einer beschnittenen Rose und einem ausgesprochen wichtigen Telefonat mit einer lieben Freundin, dann brennt für mich die Luft. Mehr-Fronten-Kriege können nicht gewonnen werden! Niemals.

Seit ich das verstanden habe und ich nicht immer alles gleich und vor allem gleich gut machen will, kommen wir super zurecht. Meine wichtigste Überlebensregel deshalb: Ich muss niemandem etwas beweisen und kein Tag ist wie der andere. Manchmal habe ich also fein säuberlich gestanzte Gurkensterne dabei und kann damit auf dem Spielplatz angeben. Und manchmal vergesse ich meine komplette Wickeltasche und muss mir von irgendjemandem eine Pampers leihen. Eines passiert aber nie: Das ich abends das Gefühl habe, hinter mir läge ein verschwendeter Tag.

Ich mag mein Leben. Ich mag die Sonne. Aber ich kann auch die Graustufen unseres Alltags einfach mal so lassen. Im Projektmanagement würde ich sagen: Priorisierung. Manchmal finde ich es nun mal wichtiger, den Kindern ein lustiges Buch vorzulesen, als meinen Geschirrspüler anzuschmeißen. Oft unternehmen wir etwas schönes – und dann bleibt es zuhause eben so, wie es gerade ist. Und an einem anderen Tag steht für mich eine wichtige Aufgabe oder Erledigung ganz oben. Und dann müssen die Kids einsehen, dass ich in diesem Moment nun mal den Fußboden wische, Überweisungen tätige oder eine dienstliche Mail beantworte – und dann erwarte ich von allen, selbst von den Kleinsten, dass das – im Rahmen ihrer Möglichkeit – auch möglich gemacht wird.

Wenn wir nachmittags schwimmen gehen wollen, muss der Hasenstall am nächsten Tag ausgemistet werden. Am nächsten Tag müssen dann aber auch alle mit anfassen. Dann gibt’s kein „Keine Lust!“ oder „Jetzt nicht, Mama“ Dann wird das gemacht. Wir sind ein eingespieltes und gutes Team. Meistens klappt das, was wir uns vornehmen. Und wenns nicht klappt, versuchen wir es am nächsten Tag nochmal.

Zwillingsratgeber 5-kinder-großfamilie Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Hast Du manchmal das Gefühl, dass jemand auf der Strecke bleibt?

Ja. Ich. Aber das ist glaube ich so ein Mama-Ding, das bereits beim ersten Kind nicht zu leugnen ist. Ich würde mir mal einen Tag „ohne alles“ wünschen. 24 Stunden nur für mich. Ein Tag, wo alle Kinder unterwegs sind – und ich mich nicht verpflichtet fühle, genau dann mal „in aller Ruhe“ Staub zu saugen. Einmal im Jahr gehe ich mit meinen Freundinnen ein Wochenende wandern! Das ist klasse! Und das bringt mich auch immer sehr weit zu mir zurück. Aber ganz ehrlich? Im Alltag besteht meine Me-time aus den fünf Minuten, die ich an einer Zapfsäule stehe und ungestört tanke bis der nächste klopft und fragt, ob ich Kaugummi oder Eis mitbringe. Das ist mir definitiv zu wenig.

Gibt es zwischen Euren Zwillingen diese bekannte besondere Zwillings-Verbindung?

Ja. Absolut. Sie schlafen und essen zusammen, sie denken mit ihren gerade einmal 19 Monaten an den Schnuller des anderen und heben ihn auf. Sie haben ihre eigene Sprache, die wir anderen nicht verstehen und auch nicht sprechen. Sie teilen ihr Essen. Sie teilen ihr Spielzeug. Sie streiten wie die Kesselflicker und wenn man versucht zu vermitteln wendet sich ihr Kleinkind-Zorn im gleichen Augenblick geballt gegen mich. Und sie sind sich selbst genug.

Mama. Papa. Lina. Anton. Jonas. Oma. Opa. Freunde – alles heiß geliebtes aber dennoch lediglich schmückendes Beiwerk. Hauptsache Hannes hat Vincent und Vincent hat Hannes. Sie sind so lustig zusammen. Und so furchtbar, wenn sie auf Ideen kommen, die ein einzelnes Baby niemals hätte. Ich sage immer: Egal was sie tun – sie sind immer einer mehr als ich.

Zwillingsratgeber zwillinge-einheit Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Wie verstehen sich Eure 5 Kinder untereinander?

Sehr gut. Klar gibt es die üblichen Rivalitäten und Reibereien. Und besonders die mittleren Jungs haben auch zwischendrin mal richtig Feuer unterm Dach und dann knallt es bei den zweien so, das ich wegsehen muss, um nicht Partei zu ergreifen. Aber alles in allem hält sich jeder an unsere oberste Familienregel: Geschwister sind die wichtigsten Menschen auf der Welt! Die fünf sind ein unschlagbares Team.

Zwillingsratgeber großfamilie-echtkind Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Unter extrakind.de hast Du eine Plattform für Mehrlingseltern geschaffen, was kann man sich darunter vorstellen?

Extrakind ist ein wachsendes Kompetenzzentrum für Zwillings- und Drillingseltern. Wir bringen mehrlingserfahrene Hebammen und Ärzte mit werdenden Eltern zusammen, bieten Geburtsvorbereitung und Alltags-Support. Hannover zeigt, wie überfällig das war! Jetzt gehen wir in andere Städte hier im Norden.

Unser Ziel: Keine Mehrlingsmama und kein Mehrlingspapa sollen sich mehr mit ihren Fragen allein fühlen. Drück uns die Daumen, dass diese Idee wächst und gedeiht wie die fünf wundervollen Chaoten um mich herum.

Zwillingsratgeber alexandra-echtkind-komplett-1 Interview: Zwillingsmama Alexandra von extrakind über ihre Großfamilie

Über Eure Seite kann man sich über aktuelle Angebote und Kurse informieren, wie läuft zb. die Geburtsvorbereitung für Mehrlingseltern ab? Welche Unterschiede gibt es zu den normalen Geburtsvorbereitungskursen?

Bei extrakind geht es um all die Fragen, die in einem Geburtsvorbereitungskurs für Einlingsmamas maximal kurz angerissen werden.

  • Wie kommen die Zwillinge zur Welt?
  • Welche Gebärpositionen sind möglich und welche (zumindest bei Zwilling 2) nicht?
  • Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?
  • Wie gehe ich mit meinen Ängsten um?
  • Frühchen.
  • Vorzeitige Wehen.
  • Mögliche Unterstützer.
  • Alltagsretter fürs Wochenbett.

Das sind alles Themenblöcke, die unsere Kurse besonders machen. Wir sprechen über verschobene Paarbeziehung. Veränderte Rollen innerhalb der Familie. Über Kindslagen, über die Anzahl Eurer Plazenten und warum das wichtig ist. Unsere Themen sind speziell auf Mehrlingseltern zugeschnitten. Natürlich machen wir Atemübungen und Übungen zur Körperwahrnehmung. Aber wir müssen nicht über die Vorzüge einer Geburtswanne sprechen, die wir Zwillingsmamas eh nicht benutzen sollten. Und es ist vielleicht auch wichtiger, seine Fragen zu den ersten Tagen daheim einer erfahrenen Mehrlingsmama zu stellen, als im Schein einer Kerze eine Traumreise zur Entspannung zu trainieren. Versteh mich nicht falsch! Das ist alles wichtig und richtig. Aber wenn du Zwillinge oder Drillinge bekommst möchtest Du vielleicht eher andere Dinge wissen. Und genau darauf haben wir uns spezialisiert.

Welche Tipps würdest du werdenden Zwillingsmüttern gerne geben?

Versucht Euch abzugrenzen gegen alle Informationen, die Euch nicht guttun. Redet mit Menschen, die wissen, wovon sie sprechen. Aber auch wovon ihr sprecht. Und seid stolz auf Euch! Das ist das wichtigste! Das was ihr da leistet vor, während und nach der Geburt ist der Hammer!

Gibt es abschließend noch etwas, was Du gerne mitteilen möchtest?

Ja. Schaut euch auf www.extrakind.de an, wie wir arbeiten. Vielleicht gibt es uns ja bald schon in Eurer Nähe. Und am wichtigsten: Genießt die Zeit mit Euren Kindern! Zwillinge, davon bin ich überzeugt, werden den Mamas und Papas geschickt, die nicht nur die große Aufgabe sehen, sondern das riesige Geschenk!

Kontaktmöglichkeiten:

Danke für das wunderbare Interview. Ich wünsche Euch als Familie nur das Allerbeste und immer volle Kurse und nette Kontakte mit werdenden Mehrlingseltern.

 

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Aus zwei werden drei – Plötzlich Drillingsmama

Zwillingsratgeber drillinge Aus zwei werden drei – Plötzlich Drillingsmama

Liebe Kira, schön, das Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Magst Du Dich kurz vorstellen? Wer bist Du? Wer gehört zu Dir? Woher kommt Ihr und was machst Du so?

Ich bin Kira Fandel, 25 Jahre jung und wohne mit meinem Freund Willy Gass, 28 in Mettendorf, Eifel nähe Bitburg. Zu uns gehören die eineiigen Drillinge (Wahrscheinlichkeit von 1: 200 Millionen) Tara, Amara und Mila Gass, geboren am 11.10.18 um 14.38 Uhr, 14.39 Uhr und 14.40 Uhr per Kaiserschnitt. Ich bin examinierte Altenpflegerin und mein Freund Koch. 

Zwillingsratgeber drillingsfamilie Aus zwei werden drei – Plötzlich Drillingsmama

Am 26. April 2018 habt Ihr erfahren, dass es statt Zwillinge Drillinge werden, was war Euer erster Gedanke in diesem Moment? Wie habt Ihr Euch gefühlt?

Als erstes muss ich dazu sagen, unsere Drillinge sind auf natürlichem Weg, ohne jegliche Hilfe von künstlicher Befruchtung oä. entstanden, das ist meist die erste Frage.

Für uns beide war es am Anfang nicht ganz einfach, da wir drei Mal beim Frauenarzt waren und immer ein Kind mehr dazu kam, das macht psychisch schon etwas in einem, da der vierte Besuch wirklich Horror für mich war.

Mein Freund konnte sich relativ schnell damit anfreunden. Bei mir war es anders, ich hab wirklich die ersten zwei Wochen nur geweint, geweint bei dem Gedanken an Drillinge, geweint wenn mich jemand drauf angesprochen hat, du hörst “oh es werden drei” vom Frauenarzt und man steht vor einem Loch, du denkst sind die Kinder gesund, schaffen es alle drei, wir werden völlig überfordert sein.

Du weißt wirklich nicht, was du machen sollst. Dann habe ich in der 13 SSW Blutungen bekommen und wir sind ins Krankenhaus gefahren, wir hatten wirklich Angst das wir eins, gar alle verloren hätten, aber es war nichts, von da an war ich Mama von Drillingen, ich hätte sie mir nicht mehr wegdenken können.

Wie ging Euer Umfeld mit dieser Nachricht um?

Zu unserem Umfeld muss ich sagen waren die Reaktionen ganz unterschiedlich, meine Familie und Willys Familie waren im ersten Moment natürlich auch total geschockt. Willys Mama Petra hat direkt gesagt ihr schafft das, da Willy selbst ein Zwilling ist, wusste sie natürlich was auf uns zu kam und stand mit Rat und Tat uns zur Seite. Auch meine Familie freundete sich sehr schnell damit an das es Drillinge werden. Mein Papa in dessen Haus wir alle in einer separaten Wohnung wohnen, fing direkt mit den Umbaumaßnahmen vom Haus an. Alle drei sollen ihr eigenes Zimmer irgendwann haben, zum Glück haben wir so viel Platz. Unsere Freunde sagten fast alle wir sind für euch da, wir helfen euch. Andere konnten sich das alles nicht vorstellen. 

Wie verlief die Schwangerschaft mit den dreien? Kamen sie zu zeitig auf die Welt oder termingerecht? 

Ich hatte eine richtig tolle Drillinsschwangerschaft. Ich hatte keine Probleme, keine Übelkeit, keine Komplikationen, kein verfrühter Krankenhausaufenthalt, nichts. Ich musste lediglich in der 32 ssw ins Krankenhaus und sollte Stationär bis zum Kaiserschnitt bleiben, aber nach 2 Tagen Krankenhaus wurde ich entlassen, mir ging es wirklich gut. Na klar, Probleme beim liegen hatte ich, aber da trug ich ja auch schon ca. 5,5kg Baby in mir,  da kann man schon mal schlecht Luft bekommen. Ich habe die Kinder bis 34+3 (35.ssw) ausgetragen und per Kaiserschnitt entbunden. Tara wog 2110 Gramm, Amara 1990 Gramm und Mila 1980 Gramm. 

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Bianca Rosenberger Newborn Fotografin

Wann durftet ihr die drei Mäuse das erste Mal sehen? Wie habt Ihr Euch gefühlt, als Ihr die drei Wunder sehen durftet? Wie war die Geburt? 

Wenn man Drillinge bekommt, ist man schon eine kleine Sensation. Und alle sind aufgeregt, ich, Willy, die Familie, Freunde, sogar die Ärzte, ein Ärtzeteam von 25 Leuten war anwesend für mich und die Kinder. Bis zum Kaiserschnitt hieß es, es werden einmal Zwillinge und ein einzelnes Baby. Und plötzlich während der OP sagte die Ärztin ” Frau Fandel die sind ja alle in einer Blase, die sind eineiig, aber da konnte uns nichts mehr schocken. Dann war von Anfang an nicht klar ob wir die Kinder im OP sehen können da ja keiner wusste atmen sie oder brauchen sie sonst etwas. Aber sie waren fit atmeten von Anfang an alleine und Willy und ich konnten alle drei im OP sehen und anfassen wir haben geweint vor Freude, dann kamen sie zur Überwachung auf die Frühchenstation, wo Willy und mein Papa die Kinder als erstes richtig zu sehen bekamen. Dann nach ca. einer Stunde aufwachraum durfte ich ebenfalls auf die Frühchenstation, und ich weis noch genau mein Papa kam mit entgegen und sagte mit Tränen in den Augen sie sind wunderschön und Willy gibt Tara gerade die Flasche. Und da lagen sie alle drei im Brutkasten, sie waren wirklich wunderschön. Unser persönliches Wunder. 

Was war für Euch die größte Herausforderung im ersten Jahr? 

Der Kampf mit den Behörden. Unsere Kinder zusammen machen nicht so viel Arbeit wie wir mit den Behörden hatten. Natürlich ist auch mal der Moment da wo man gestresst ist, aber dann sind Familie oder Freunde direkt da. 

Konntet Ihr die Drillinge stillen?

Nein, ich habe nicht gestillt, es sind von Anfang an Flaschenkinder. 

Gibt es spezielle Unterstützung für Drillingseltern?

Leider nicht. Wir haben jetzt eine sehr liebevolle Tagesmama die 12 Std. die woche zu uns nach Hause kommt, aber die zahlen wir wie jede andere Familie auch. 

Wie schafft man dies alles, man hat ja nur zwei Hände, aber drei Kinder? 

Das ist sehr gut zu schaffen. Man benötigt einen geregelten Tagesablauf. Vom Krankenhaus an waren die Kinder es gewöhnt alle 4 Std. die Flasche zu bekommen, so haben wir es zu Hause weiter geführt und haben zu jeder Mahlzeit zu dritt gefüttert.

Und heute ist es noch so die Kinder essen zusammen, schlafen zur selben Zeit und spielen. Und warten haben sie von Anfang an gelernt denn man hat nur zwei Hände.

Und das Klischee, wenn eins weint, weinen alle, ist nicht wahr, die drei sind aneinander gewöhnt und stören sich nicht aneinander.

Zudem sind sie wie Mama und Papa sehr entspannte Kinder, sie schlafen seit dem 4. Monat durch, gehen um 8 ins Bett und werden zwischen 6-8 Uhr wach, was will man denn mehr. 

Zwillingsratgeber drillinge-baby Aus zwei werden drei – Plötzlich Drillingsmama

Welches waren die nervigsten Sprüche die Ihr zu hören bekommen habt?

Oh, waren Kinder irgendwo im Angebot. Leider hören wir das total oft. Da könnten wir explodieren, aber die Menschen die das sagen denken einfach nicht drüber nach.

Aber das schlimmste was jemand zu mir gesagt hat war wortwörtlich “Mein Beileid”. Ich konnte in dieser Situation nichts sagen, ich war so traurig, ich dachte nur “Hallo das sind drei Kinder, drei Wunder” das hat mich wirklich richtig getroffen.

Was sind die wunderbarsten Momente die man als Drillingsmama erleben darf?

Einfach und alleine unsere drei Kinder, die uns jeden Tag aufs Neue verzaubern. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie sie zu dritt und nie alleine die Welt entdecken.

Sechs Augen die dich ansehen und funkeln. Sie sind so fröhlich, strahlen morgens wenn du ins Zimmer herein kommst und abends wenn sie ins Bett gehen. 

Wie schafft Ihr es, als Eltern nicht auf der Strecke zu bleiben?

Wir holen uns wirklich auch unsere Auszeit. Das erste Mal haben die Kinder gemeinsam mit 4 Monaten auswärts geschlafen, was super funktioniert hat. Seit dem schlafen sie öfter bei ihren Paten oder Familie. Nicht alle Außenstehenden finden es gut. Aber uns ist es wichtig auch mal was für uns zu tun und das tun wir auch. Denn wir sind der Meinung entspannte Eltern haben entspannte Kinder.

Welche Phase war bisher am anstrengendsten?

Das Zahnen. Die Kinder sehen nicht nur gleich aus, sondern bekommen auch gleichzeitig Zähne.

Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei Euch aus?

Wir stehen morgens zwischen 6-8 Uhr auf, dann wird eine nach der anderen gewaschen, gewickelt und angezogen. Um ca. 9 Uhr Frühstücke ich gemeinsam mit den Kindern, und da sind uns von Anfang an kleine Regeln wichtig, alle bleiben sitzen bis alle fertig sind und beim essen gibt es kein Spielzeug. Dann gehen wir meist raus, wir sind eigentlich täglich draußen, haben einen großen Innenhof und viel Wiese, oder gehen spazieren. Um ca. 12 Uhr gibt es Mittagessen und dann Mittagsruhe ca. 2-2 ½ Stunden.

Dann wird gespielt, Haushalt gemacht oder gekuschelt, da versuche ich nach Bedarf mich mit jeder einzeln zu beschäftigen und meine volle Aufmerksamkeit zu geben.

Es gibt einen kleinen Zwischensack und um 16.00 schlafen sie meist nochmal eine Stunde, danach ist Freizeit und Abendessen gibt es um 18.30 mit allen zusammen, ich, Willy, Opa und die Drillinge.

Um 20.00 gehen sie mit Flasche ins Bett, schlafen dann alleine ein und wir haben Zeit für uns.

Wir sind auch wirklich viel unterwegs, was andere mit einem Kind machen, mach ich eben mit drei, man muss oft einfach erfinderisch werden. Auch unseren ersten Urlaub zu fünft haben wir bereits hinter uns und es hat super funktioniert. 

Zwillingsratgeber drillinge-unterwegs Aus zwei werden drei – Plötzlich Drillingsmama

Welche Tipps und Ratschläge würdest Du werdenden Drillingsmamas bzw. natürlich auch den Papas auf den Weg geben? 

Gebt nicht auf und glaubt an euch und eure Kinder! Lasst euch nichts erzählen und lasst euch nicht von anderen verrückt machen, denn die können nicht nachvollziehen wie der Alltag mit drei Kindern aussieht.

Und ich kann offen und ehrlich sagen, ihr werdet oft Eltern mit einem Kind belächeln. 

Kontaktmöglichkeiten:

https://www.instagram.com/eineiige_drillings_mami/

Danke Euch für das tolle Interview und in den Einblick in Euer Leben als Drillingseltern – Ihr seid eine so tolle Familie.

Weiterführende Links:

 

 

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Interview mit Til: Azubi & Sparen – die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Zwillingsratgeber ausbildung-sparen Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Lasst uns mit ein paar privaten Fragen beginnen, wer bist Du, wo kommst Du her und was machst Du so?

Ich bin Til. Ich bin Gründer von Vantik, der ersten mobilen Altersvorsorge Europas. Vorher habe ich lange Jahre als Unternehmensberater bei BCG und als Banker bei der UBS für etablierte Anbieter gearbeitet. Privat lebe ich mit meinem Freund und unserer Weimaraner Hündin in Zürich. 

Zwillingsratgeber Vantik-I-Til-Klein_blog Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Du gründetest 2017 die Vantik GmbH, was war der ausschlaggebende Grund, um mit dem Projekt zu starten? 

Als Berater war ich selber 15 Jahre lang in der Finanzbranche unterwegs. Auf unterschiedlichsten Projekten wurde klar: Die bisherigen Produkte sind noch nicht für unsere neue, digitale und mobile Welt gebaut. Gleichzeitig sind die meisten Finanzanbieter zwar “too big to fail”, damit häufig aber auch “too big to change”, zumindest nicht in der Geschwindigkeit, die die Startup-Branche vorlegt. An verschiedenen Stellen gibt es dort inzwischen FinTechs, die die alten Player ins Schwitzen bringen, z.B. bei Bankkonten oder Versicherungen, aber einer der größten Töpfe, die Altersvorsorge, wurde bisher noch nicht angefasst. Dabei ist das frühzeitige Planen einer privaten Altersvorsorge aufgrund des demographischen Wandels für die jetzigen Jungen wichtiger denn je. Da wollten wir ansetzen und für sie ein Produkt bauen, das für sie funktioniert: Eins das mobil ist, flexibel, aber gleichzeitig sicher. Und eines, das zu ihren Werten passt und nachhaltig investiert.

Zwillingsratgeber 02-Phone-DE Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Was sind/waren bis dato die größten Herausforderungen auf deinem Weg?

Wir bewegen uns im Finanzumfeld, das in Deutschland stark reguliert ist. Das ist natürlich grundsätzlich gut so. Für uns bedeutet das aber, dass wir mit unserer Organisation die gleichen Anforderungen erfüllen müssen, wie z.B. die Deutsche Bank. Das ist in anderen Ländern anders. Aber auch wenn uns das natürlich vor Herausforderungen stellt, sehen wir das positiv: Das Wissen, dass wir den gleichen Regeln unterliegen wie die etablierten Platzhirsche, schafft natürlich auch Vertrauen unter den Kunden. Außerdem starten wir so unter den strengsten Voraussetzungen und können frei nach Sinatra sagen: “If we can make it here, we can make it anywhere.”

Immer weniger der deutschen 17- bis 27-Jährigen sorgen fürs Alter vor. Weniger als die Hälfte (48%) aller jungen Leute sparen für ihre Altersvorsorge – laut der Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen 2019“ der MetallRente GmbH. Welche Gründe hat dies, Deiner Meinung nach?

Ja, das ist leider eine bedauernswerte Statistik von Prof. Klaus Hurrelmann, mit dem wir übrigens eng zusammenarbeiten. Gerade diese Generation hätte allen Grund dazu, die Rente in die eigenen Hände nehmen zu wollen. Dazu kommt, dass es eine komplexe Problematik ist, für die es nicht die eine einfache Erklärung gibt. Hier spielen verschiedene Faktoren zusammen: Größe und zeitliche Entfernung des Problems, Mangel an Informationen, Staatsgläubigkeit, Einkommenssituation.

Zum einen führen Aufgaben und Probleme, die sich zu groß für eine sofortige Lösung anfühlen, häufig dazu, dass Menschen entweder in Schockstarre geraten oder sich von dem Thema ablenken. Im Ergebnis passiert in beiden Fällen nichts. Dass das Problem für die Befragten erst in 40-50 Jahren zu einem wird, hilft da sicherlich nicht. Zusätzlich gaben in der genannten Studie frappierende 92% der Jugendlichen an, sich besser verständliche Informationen zum Thema zu wünschen. D.h. während der gesamten Schul- und Ausbildungszeit kommt die Rententhematik sehr eindeutig zu kurz. Leider ist das insgesamt für Wirtschaftsbildung der Fall. 

Ein Abfallprodukt dessen ist übrigens, dass es vielen an grundlegenden Fähigkeiten im Umgang mit Geld mangelt. So ist ein weiterer Grund für die mangelnde Vorsorge unter jungen Leuten, dass sie angeben, kein Geld dafür zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig reicht es dann doch noch für den Diskoabend am Wochenende. Hier müssen wir mehr in die Aufklärung gehen und ein Verständnis dafür schaffen, dass es besser ist, mit €5 oder €10 im Monat zu starten, als gar nichts zu machen. Zum einen macht Kleinvieh auch Mist, zum anderen fängt man so zumindest schon einmal an, sich mit der Thematik zu befassen und zu merken, dass sie gar nicht weh tut.

Als letzten Punkt konnte man in der Studie sehen, dass nach wie vor ein Glaube daran besteht, Vater Staat könne alleine die Rente für alle Bürger stimmen. 84% der Befragten gaben an, dass eine gute Rente möglich sei, wenn die Politik es nur wolle. Auch das ist eine klassische Reaktion bei Überforderung: Das Abgeben oder Weiterleiten der Verantwortung an jemand anderen. Im Fall der Rente spielt die Jugend hier also dem Staat den schwarzen Peter zu, auch wenn jetzt schon klar ist, dass der demographische Wandel keine Aufrechterhaltung des Rentenniveaus zulassen wird und die Rentenlücke bereits innerhalb der nächsten 15 Jahre auf über 50% ansteigen wird.

Zwillingsratgeber 03-Tilted-phone-DE Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Das Wissen über die Altersvorsorge ist ja eher lückenhaft. Gibt es von Eurer Seite aus Informationen um dies abzuändern?

Ja, denn wir haben das Feedback von unseren Nutzern bekommen, dass neben Flexibilität und Sicherheit, Einfachheit der wichtigste Faktor bei der Nutzung von Vantik ist. Damit ist natürlich zum einen die einfache Registrierung und Nutzbarkeit auf allen Geräten gemeint, aber auch die einfache Erklärung z.T. komplexer Sachverhalte rund um das Thema Altersvorsorge. In unserem Blog und unserem Newsletter gehen wir daher jede Woche eine der Fragen hierzu an und versuchen, sie zielgruppengerecht zu beantworten. Dabei nutzen wir den Input aus Kundenfeedback um die häufigst gestellten Fragen zuerst zu beantworten.

Investiere in eine nachhaltige Zukunft – ein Leitsatz auf Eurer Webseite. In welche Firmen investiert Ihr?

Wir investieren nicht direkt in Firmen, sondern in ETFs , also Indexfonds, die ganze Indizes abbilden und dadurch stabiler laufen als z.B. Anteile an einzelnen Firmen. Damit sind wir sozusagen ein Fond der Fonds. Da wir unsere Anlagen möglichst breit streuen, um das Risiko zu minimieren, investieren wir dabei auch in unterschiedliche Anlageklassen. D.h. nur ein Teil unseres Geldes fließt in Firmenanteile, der Rest in Rohstoffe, Immobilien und Staatsanleihen. Daher kann ich hier keine einzelnen Firmen nennen oder würde damit zumindest nicht alles erzählen. In welche ETFs wir unser Geld legen ist aber auf der Internetseite unserer Fondsgesellschaft transparent immer aktuell nachzulesen.

Die nachwachsende Generation scheint alles anders machen zu wollen – gleichzeitig sehnt sie sich nach den Traditionen ihrer Eltern. Gilt dieser Widerspruch nur beim Thema Rente?

Ich glaube nicht, dass das ein Spezifikum der Altersvorsorge ist. Ich muss dabei an Goethe denken, der sagte: “Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.” In dem Zitat steckt eine tiefe Wahrheit: Teil des Wachsens und Erwachsenwerdens ist es auch, sich auszuprobieren und Risiken einzugehen. Das funktioniert natürlich vor allem mit einem sicheren Fundament. Was in Familien und Beziehungen mal besser, mal schlechter funktioniert, können wir beim Thema Rente zum Glück auflösen: Durch das Investieren in u.a. Wertpapiere gehen wir ein kalkuliertes Risiko ein um Rendite zu generieren, aber unser Sicherheitspuffer sorgt gleichzeitig dafür, dass man sein Geld mit uns nicht verlieren kann. 

Was würdest Du einem Jugendlichen der seine Lehre begonnen hat, im Bezug auf Altersvorsorgeund/oder Sparen raten? Ist es in Deinen Augen sinnvoll so zeitig, wie möglich Geld zur Seite zu legen?

Ganz klar: Ja. Tatsächlich haben wir das Thema in unserem letzten Blogpost behandelt. Aufgrund des Zinseszinseffekts sollte man so früh es geht starten und sein Geld für sich arbeiten lassen. Oder anders: Um am Ende den gleichen Betrag zu erhalten, z.B. €1.000 monatliche Rente, muss ich monatlich ganz einfach mehr einzahlen, je später ich mit dem Sparen loslege. Also am Besten so früh es geht starten, auch wenn es am Anfang nur kleine Beträge sind. 

Zwillingsratgeber auzubi-sparen-sparmöglichkeiten Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Wie bringt man kleineren Kindern das Sparen und den Umgang mit Geld näher, dass sie auch später leichter mit Geld umgehen können?

Als erstes ist natürlich ein gewisses Grundverständnis für Zahlen vorausgesetzt, d.h. die Kinder sollten in der Schule schon Rechnen gelernt haben, um zu verstehen, wie viel Geld sie für etwas benötigen. Dann ist es hilfreich, wenn es ein schönes Ziel gibt, auf das sie Sparen, z.B. ein Spielzeug. Angenommen, sie bekommen z.B. ein regelmäßiges Taschengeld, kann man dann zusammen mit ihnen überlegen, wie lange sie dies sparen müssen, um sich das Spielzeug leisten zu können. Das eigentliche Sparen kann man dann mit einer schönen Spardose unterstützen, die sich das Kind selbst aussucht oder mit einem Bild des Spielzeugs an der Wand, dass das Kind an den Grund für das Sparen erinnert. Ist das Geld für den Kauf dann zusammen, ist das Glücksgefühl bestimmt so groß, dass Sparen auch in Zukunft Spaß macht.

Eine andere Möglichkeit ist es, Kindern z.B. für die Klassenfahrt am Anfang einen Betrag mitzugeben, der für die gesamte Zeit reichen muss. Schaffen sie es, das Geld zu verteilen, haben sie schon ganz viel verstanden. Ist das Geld aber schon an Tag 1 für Süßigkeiten verbraucht, lernen sie auch dadurch, was es bedeutet, eben nicht zu sparen. Von beiden Varianten macht aber natürlich das Sparen auf etwas hin deutlich mehr Spaß.

Zwillingsratgeber sparen-kinder-sparplan Interview mit Til: Azubi & Sparen - die besten Tipps zum Sparen in der Ausbildungszeit

Welche Möglichkeiten der Geldanlage für Jugendliche gibt es denn überhaupt? Welche machen Sinn und sind wirklich empfehlenswert?

Früher gab es das klassische Sparbuch, das heute durch Tagesgeldkonten abgelöst wurde. Das ist ganz klar nicht empfehlenswert. Bei aktuellen Zinsen von, sagen wir 0.5% dort, bei einer gleichzeitigen Inflationsrate von 2%, wird das Geld dort immer weniger wert, je länger es dort liegt. Die Zinsen können die Inflation nicht im Ansatz ausgleichen. Meine Empfehlung, und im übrigen auch die von Warren Buffett, ist es, in ETFs zu investieren. Das sind Fonds, die einen ganzen Index, also z.B. den DAX abbilden. D.h. wenn man einen Anteil an einem ETF kauft, kauft man nicht nur die Aktie eines Unternehmens, wie z.B. der Telekom, sondern einen kleineren Anteil von (fast) allen Unternehmen, die im DAX gelistet sind. Der Vorteil ist: Selbst wenn einer davon gerade nicht so gut läuft, gibt es bestimmt gerade einen anderen, bei dem es derzeit besser aussieht. Man verteilt sein Investment also auf mehrere Schultern. Dadurch senkt man das Risiko, Geld zu verlieren und entwickelt sich so gut, wie es gerade der Markt im Durchschnitt tut.

Am allerbesten ist es dann, wenn man einen monatlichen Sparplan einrichtet und jeden Monat zu einem festgelegten Betrag Anteile an den ausgewählten ETFs kauft. Zum einen werden Sparpläne häufig sehr günstig oder zum Teil sogar ohne Servicekosten angeboten. Zum anderen kauft man auch hier dann eben Mal Anteile, wenn sie gerade wenig wert, dafür aber günstig sind und ein andermal, wenn sie mehr wert, dafür aber teurer sind. Je länger man das tut, desto besser gleichen sich solche Spitzen aus und man kann sein Investmentrisiko weiter senken.

Das Prinzip von Vantik funktioniert ganz ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass wir eine Altersvorsorge sind und unsere Kunden daher zusätzlich noch nach unten absichern. D.h. geht man mit Vantik zu einem Zeitpunkt in Rente, zu dem der Markt gerade in einer schlechten Phase ist und die Anteile an Wert verloren haben, spingt unser Sicherheitspuffer ein, der die bisher getätigten Einzahlungen schützen soll und dafür sorgt, dass zumindest diese trotzdem voll ausgezahlt werden.

Welche sind die besten Finanztipps die man Jugendlichen geben kann?

  • Gib weniger aus, als du einnimmst. Manchen hilft dabei z.B., möglichst viel in bar zu bezahlen. Das macht einem die Summen einfach ein bisschen bewusster bzw. tut einfach ein bisschen mehr weh, als mit Karte.
  • Führe ein Haushaltsbuch. Das hilft dir zu verstehen, was deine tatsächlichen Ausgaben sind, wie viel du monatlich brauchst und auch, wo du evtl. noch sparen kannst.
  • Bezahle dich selbst zuerst, d.h. sobald du Geld bekommst, lege zuerst deine Sparbeträge zur Seite und gib dann nur noch aus, was übrig ist. Wenn du es anders machst und erst alle anderen bezahlst, bleibt für dich nur noch, was am Ende des Monats übrig bleibt und das ist dann vielleicht nicht mehr viel. 
  • Schaffe dir mehrere Konten, für unterschiedliche Zwecke und zahle das Geld dort ein (z.B. Sparkonto, Notfallgroschenkonto, Girokonto für tägliche Ausgaben etc.). Frei nach dem Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn, kannst du das Geld dann dort hin verschieben und es “vergessen”. Außerdem ist dann ganz klar, für welchen Zweck es vorgesehen ist und ob und wann es angefasst werden kann oder nicht.
  • Apropos Notgroschen: Spare, bis du 3-6 Nettomonatsgehälter als Notgroschen hast, solltest du mal deine Arbeit verlieren, die Waschmaschine kaputt gehen o.ä.. Danach kannst du dann für mittel- bis langfristige Themen wie z.B. Immobilien zurücklegen.

Möchtest Du abschließend noch etwas mitteilen?

Wenn wir anfangen, Rente nicht als Angstthema zu betrachten, sondern als längsten Urlaub unseres Lebens, können wir viel befreiter und mit Vorfreude an das Thema rangehen. Für einen kühlen Drink im Süden sparen macht schließlich viel mehr Spaß als nur das Gefühl zu haben, eine Rentenlücke zu stopfen. Also möchte ich alle ermuntern, sich schon jetzt auf ihre Rente zu freuen. Falls ihr neugierig geworden seid, bekommt ihr mit dem Code “ZWILLINGE” unter www.vantik.com/de/gutschein/ exklusiv ein Startguthaben von €25. 

Habt Ihr Fragen oder Anregungen? Dann freuen wir uns über Eure Kommentare.

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Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Zwillingsratgeber Gruppenfoto-AFS-Nachbereitung Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Ich freue mich heute auf ein interessantes Interview mit Ulrike, die für die  Austauschorganisation AFS arbeitet. Vorbemerkung von mir: unsere Tochter hat vor einigen Jahren ein Schüleraustauschjahr in Paraguay verbracht,  auch über AFS, und seitdem bekommen wir immer mal wieder Fragen über den Ablauf und die Planung – daher entstand die Idee für dieses Interview. So hat man mal alle Fragen auf einen Blick.

Zwillingsratgeber afs-austauschjahr Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Schön, dass Du Dich für dieses Interview bereit erklärt hast, möchtest Du Dich bitte kurz vorstellen? Wer bist Du & was machst Du so?

Mein Name ist Ulrike. Ich arbeite bei AFS in der Marketingabteilung. Zu AFS bin ich durch den Auslandaufenthalt meiner beiden Kinder gekommen. Wir hatten selbst Gastkinder bei uns in der Familie, und ich war ehrenamtlich für AFS tätig. Meine Tätigkeit ermöglicht mir tagtäglich den Spirit und die Mission:  „Bei AFS lernen Menschen, mit einer globalen Perspektive aktiv Verantwortung für sich und in ihrem Umfeld zu übernehmen.“ in die Welt zu tragen. Das macht mir sehr viel Spaß. Ich freue mich, dieses Interview mit dir zu führen, und möchte mich im Namen von AFS bedanken, dass du auf uns zugekommen bist.

Was genau ist denn überhaupt ein Austauschjahr?

Wir verstehen darunter einen Austausch zwischen Kulturen, Meinungen und Werten. Dieser findet statt unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ihrer Gastfamilie, der Gastschule und den Freunden im Gastland. Ein Aufenthalt im Ausland muss nicht zwingend ein ganzes Schuljahr dauern. Wir bieten Programmformate unterschiedlicher Dauer mit Schulbesuch und der Unterbringung in einer Gastfamilie an, denn manchmal ist es nicht möglich oder nicht gewünscht, ein ganzes Schuljahr im Ausland zu verbringen. Der Aufenthalt kann von 6 Wochen bis zu 11 Monaten dauern. Die Jugendlichen werden auf jeden Fall die Kultur des Gastlandes intensiv kennenlernen, neue Freunde finden, Sprachkenntnisse vertiefen und persönlich reifer werden. Sicher werden sie noch lange gerne an das Erlebnis zurückdenken.

Zwillingsratgeber paraguay-austauschjahr-1024x768 Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Hast Du selber mal ein Austauschjahr absolviert?

Meine beiden Kinder waren mit AFS im Ausland, ich leider nicht.

Viele Eltern stehen dem Wunsch der Kinder nach einem Austauschjahr ja nicht gleich positiv gegenüber. Was gibt es für gute Gründe für ein Austauschjahr?

Es gibt viele gute Gründe für einen Schulbesuch im Ausland. Ich habe einige zusammengefasst:

Ein Schüleraustausch hilft den Schülerinnen und Schülern weltoffener zu werden – sie verstehen besser wie Kultur, Kommunikation und Chancengleichheit das Leben aller Menschen auf der Welt beeinflussen. Dieses Wissen ist essenziell für Weltbürgerinnen und Weltbürger, die bereit sind für die Herausforderungen einer zunehmend vernetzten Welt. Ein Schüleraustausch verschafft den Kindern die notwendigen Fähigkeiten, um Verantwortung zu übernehmen.

Die Zeit im Ausland, aber auch die begleitenden Seminare und Workshops bereiten die Jugendlichen darauf vor, selbstständiger zu agieren. Sie lernen Probleme aktiv anzupacken, über kulturelle Unterschiede hinweg zu kommunizieren und sich in einem fremden Land zu orientieren.

Ein Schüleraustausch ist zudem eine fabelhafte Möglichkeit, um den akademischen Horizont zu erweitern. In einigen Gastländern ist es möglich, sich in ganz neuen Fächern wie Umweltwissenschaften, Computerengineering oder Sportkursen auszuprobieren. Die Kinder können dabei neue Interessen und Fähigkeiten entdecken, die später bei der Berufswahl hilfreich sein können. Auslandserfahrungen, erweiterte Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen sind echte Vorteile im Berufsleben.

Durch das Leben in einer Gastfamilie lernen die Jugendlichen oft ihnen bisher unbekannte Berufsbilder kennen und setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, wer sie sind und wo sie hin wollen.

Nicht zuletzt haben die Schülerinnen und Schüler bei AFS während ihres Auslandsaufenthalts eine tolle Zeit – viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen noch heute, dass es „die beste Zeit ihres Lebens“ gewesen ist. Sie bekommen eine zweite Familie und schließen neue Freundschaften – in Deutschland wie auch in der ganzen Welt.

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Wann sind die Kinder reif  genug für ein Austauschprogramm?

Das kann man nicht generell sagen. Es ist immer abhängig von der Aufenthaltsdauer im Ausland und der Persönlichkeit des Kindes. Der Wunsch, eine Zeit im Ausland zu verbringen, sollte auf alle Fälle von dem Kind selbst ausgehen. Eine gute Möglichkeit, einen längeren Auslandsaufenthalt „vorzutesten“ sind unsere Ferienprogramme „Global Prep“. Diese Programme richten sich an Schülerinnen und Schüler, die in den Ferien Spaß haben und gleichzeitig eine interkulturelle Erfahrung machen möchten. Die internationalen Jugendbegegnungen finden z.B. in den USA, Spanien, England oder Irland statt und sind zwischen zwei und vier Wochen lang. Sie bieten neben den Sprachkursen viele abwechslungsreiche Aktivitäten wie Sport, Exkursionen und interkulturelle Events.

Darf man die Kinder im Austauschjahr besuchen und Kontakt halten?

Unserer Erfahrung nach erschwert es die Integration und das Erleben einer fremden Kultur, wenn die leibliche Familie zu Besuch kommt. Häufig kann es sogar für das Kind kontraproduktiv und schwer sein, die Anwesenheit der Familie im neuen Umfeld zu verarbeiten. Wir raten deshalb dringend davon ab. In den meisten Gastländern ist es in einem bestimmten Zeitraum, z.B. im ersten halben Jahr, nicht erlaubt, Besuch aus Deutschland zu empfangen.

Dank der heutigen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten ist es überhaupt kein Problem mehr, miteinander in Kontakt zu bleiben. Allerdings sollten beide Seiten – Kind im Ausland und die zu Hause gebliebenen Eltern – genau überlegen, wie viel Kontakt positiv für das Ankommen, die Integration und den Alltag in der neuen Heimat ist. Es  kann es sinnvoll sein, den Kontakt zeitweise etwas spärlicher zu gestalten. Auch wenn es sehr schwer fällt.

Wie geht man als Elternteil am besten damit um, dass die Kinder in weiter Ferne eine „neue“ Familie haben? Das Loslassen ist ja nicht immer so leicht.

Als Mutter schwankte ich immer zwischen Stolz und Vermissen. Stolz darauf, dass sich mein Kind eine solche Zeit selbst zutraut und gleichzeitig dem Wunsch, das Kind bei mir zu haben. Allerdings war es für mich immer sehr wichtig zu wissen, dass mein Kind im Ausland in festen, wohlmeinenden Strukturen, wie einer liebevollen Gastfamilie, neuen Freunden und einer Schule eingebunden ist. Ebenso wichtig war für mich die Tatsache, dass eine Betreuung vor Ort durch AFS jederzeit gewährleistet und eine erfahrene Organisation im Hintergrund ist.

Ich habe das Vertrauen in mein Kind gehabt, dass es sich den Problemen selbst stellen kann und versucht, einen Weg zu finden, diese zu lösen. Ganz wichtig finde ich, sich klar zu machen, dass ich nicht in der Lage bin, die Situation vor Ort abschließend beurteilen zu können. Ich kenne mein Kind – ja unbedingt. Ich kenne aber weder die anderen Beteiligten, noch die Umstände und die Verhältnisse vor Ort. Die Erfahrung von AFS ist zudem, dass die  Jugendlichen in einer vollkommen anderen Umgebung, als sie es von zu Hause gewohnt sind, neue Stärken und Eigenschaften entwickeln. 

Zwillingsratgeber paraguay-austauschjahr-schueleraustausch-1024x768 Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Aller Anfang ist schwer – was sind die ersten Schritte in der Planung für das Austauschjahr?

Ist die Entscheidung in der Familie gefallen, sollte unbedingt die Schule informiert werden.

Es gibt viele Organisationen, die ein solches Austauschjahr anbieten. Wichtig finde ich, dass sich Eltern und Kind  vorab gemeinsam möglichst umfassend über die einzelnen Organisationen informieren und deren Unterschiede herausarbeiten. Beim Vergleich der Kosten sollte darauf geachtet werden, dass diese Preise auch die gleichen Leistungen beinhalten!

Dabei können der Besuch von Messen oder Infoabenden, das Internet, das Gespräch mit Freunden, Nachbarn, Bekannten und auch die Schule helfen.

Anschließend würde ich mein Kind unterstützen, sich bei der entsprechenden Organisation zu bewerben. Jede Organisation bietet einen unterschiedlichen Ablauf der Planung und Vorbereitung auf den Austausch an. Hierbei finde ich eine zurückhaltende Unterstützung des Kindes wichtig, da es immer Schritte des Ablaufs gibt, die mein Kind allein gehen kann und andere, wo ich ihm unter die Arme greifen muss.

Unsere Kinder sind Zwillinge, wäre es sinnvoll, wenn sie gemeinsam ins Ausland gehen oder getrennt?

Dass die beiden das Abenteuer Ausland gemeinsam angehen, kann gegenseitig sehr unterstützend sein. AFS erachtet es nicht als sinnvoll, dass die beiden in dasselbe Gastland gehen. Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, seine eigene Austauscherfahrung zu machen. Eine eigene Gastfamilie, ein eigenes Umfeld, eigene Freunde und eigene Erfahrungen. Unsere Erfahrung und die unserer Partner vor Ort ist, dass die Jugendlichen nicht so offen für neue Kontakte und interkulturelles Lernen sind, wenn sie zusammen in ein Land gehen. In jedem Fall müssten wir mit unserem Partner vor Ort klären, ob dieser bereit ist, beide Kinder aufzunehmen.

Wie kann man Geschwisterkinder am besten unterstützen, wenn einer der beiden von einer Organisation angenommen worden ist und der andere abgelehnt?

Ich würde versuchen, meinem Kind klar zu machen, dass diese Entscheidung immer eine gegenseitige Entscheidung ist. Das Kind und die Organisation passen nicht zusammen. Diese Entscheidung ist keine  Aussage über das Kind an sich. Bei einer anderen Organisation wird die Entscheidung möglicherweise ganz anders ausfallen. Nicht weil die Organisation die 2. Wahl ist, sondern weil Organisation und Kind besser zusammenpassen.

Was für Voraussetzungen muss man erfüllen?

Die wichtigsten Voraussetzungen sind Motivation und Offenheit, im Ausland zu leben. Sprachliche Vorkenntnisse sind in der Regel nicht zwingend erforderlich, und auch Zeugnisnoten spielen bei uns normalerweise keine Rolle, solange die Versetzung nicht gefährdet ist.

Für jedes Land gibt es spezielle Aufnahmekriterien wie  Alter,  Schulabschluss, Sprachkenntnisse oder andere Dinge betreffend. Ganz generell sollten die Jugendlichen bei Abreise aus Deutschland zwischen 15 und 18 Jahre alt sein. In einigen AFS-Gastländern ist ein Austausch bereits ab 14 Jahren möglich. Gibt es einen konkreten Länderwunsch, lohnt es sich immer bei uns einmal anzurufen. Dann können wir ganz individuell prüfen, wie die Kriterien in diesem Land sind. Außerdem sollte das Kind offen und neugierig sein, Herausforderungen mögen und gerne verantwortungsbewusst handeln.

Wann ist der beste Zeitpunkt sich für sein Austauschjahr zu bewerben?

Um sich alle Möglichkeiten offen zu halten empfehlen, wir eine Bewerbung ungefähr ein Jahr vor der geplanten Abreise. AFS bietet zwei verschiedene Abreisetermine: die Sommerabreise (Abreisezeitraum Juli bis September) und die Winterabreise (Abreisezeitraum Januar bis April) an. Wenn sich das Kind von Mai bis Oktober für die Sommerabreise im kommenden Jahr bewirbt, hat es beste Chancen auf alle Länder. Für die Winterabreise bewirbt man sich von Februar bis Mai mit besten Chancen auf alle Länder.

Wie wichtig sind Zeugnisnoten für ein Austauschjahr?

Diese sind für den ersten Bewerbungsschritt bei AFS nicht wichtig. Es gibt einzelne wenige Länder die gute Noten voraussetzen. Die Versetzung sollte jedoch nicht gefährdet sein.  

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Austauschjahr? Ab welchem Alter kann man an einem Schüleraustausch teilnehmen?

Je nach Schulform und Bundesland ist der Zeitpunkt für ein Schul(halb)jahr im Ausland unterschiedlich. An Real-und Hauptschulen bietet sich die Zeit zwischen Schulende und Berufseinstieg bzw. Ausbildungsbeginn an. An Gymnasien und Gesamtschulen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, einen Schulbesuch im Ausland in die Schullaufbahn einzubauen. In jedem Fall ist ein Austauschjahr möglich.

Für die Anrechnung auf die Schulzeit sollte der Auslandsaufenthalt in Bundesländern mit G9-Regelung nach der 10. Klasse geplant werden. In Bundesländern mit G8-Regelung ist eine Anrechnung nur möglich, wenn der Auslandsaufenthalt nach der 9. Klasse stattfindet. Der Grund hierfür ist, dass die letzten beiden Schuljahre bereits für das Abitur zählen. Ob der Auslandsaufenthalt auf die Schulzeit angerechnet wird, liegt im Ermessen der Schule.

Weitere Informationen zur Regelung in den einzelnen Bundesländern sind auf der Website des AJA – Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch www.aja-org.de zu finden.

Da wir verschiedene Programmlängen anbieten, gibt es dazu verschiedene Antworten. Im Bereich der Ferienprogramme (ohne Gastfamilienaufenthalt und Schulbesuch) ist eine Teilnahme zum Teil schon mit 13 Jahren möglich. In unseren Kurzzeitprogrammen gibt es Länder, die die Jugendlichen schon mit 14 Jahren annehmen. In den Schulhalb- und Schuljahresprogrammen sind die Alterskriterien von Land zu Land unterschiedlich. Da gilt im Groben, dass die Jugendlichen ungefähr 15 Jahre alt sein sollten.

Wie bereitet man sich  am besten auf das Austauschjahr vor?

Wir bereiten unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit bis zu zwei allgemeinen Vorbereitungswochenenden und einem länderspezifischen Vorbereitungswochenende auf den Auslandaufenthalt vor. Alle Wochenenden werden von unseren Ehrenamtlichen veranstaltet. Diese haben in der Regel eine Zeit im Ausland verbracht und geben ihre Erfahrungen gern weiter.

Zwillingsratgeber Gruppenfoto-AFS-Nachbereitung Was gibt es bei der Planung und Vorbereitung eines Auslandsjahres alles zu beachten?

Wie viel kostet in der Regel ein Austauschjahr und welche Möglichkeiten der Finanzierung stehen einem zur Verfügung?

Die Kosten unterscheiden sich von Land zu Land. Einige Länder in Osteuropa und Asien sind besonders kostengünstig. AFS vergibt zudem jedes Jahr an über 35% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Stipendien für einen Schüleraustausch.

Die meisten Stipendien bei AFS sind Teilstipendien, d.h. sie decken einen unterschiedlich großen Teil der Kosten für den Schüleraustausch. Schulnoten spielen in der Regel keine Rolle, die meisten Stipendien richten sich nach der finanziellen Situation der Familie. Damit wollen wir sicher gehen, dass jeder junge Mensch die Möglichkeit auf einen Schüleraustausch hat, unabhängig von der finanziellen Lage der Familie.

Das Kind kann die Chancen steigern, indem es sich für ein Land in Osteuropa oder Asien entscheidet. In diesen Ländern gibt es besonders gute Stipendienmöglichkeiten.

Schüler-Auslandsbafög ist ja eine Möglichkeit der Mitfinanzierung, kannst Du darüber weitere Infos geben?

Interessenten sollten sich so bald wie möglich erkundigen, ob sie Auslands-BAföG beantragen können. Je nach Gastland und abhängig von der Schule, die besucht wird, sind die Bedingungen unterschiedlich. Es ist wichtig, sich frühzeitig darum zu kümmern; ein entsprechender Antrag dauert in der Regel mehrere Monate. Informationen zum Schüler-BAföG findet man unter: https://www.das-neue-bafoeg.de/ .

Kann man ein Austauschjahr auch selber organisieren oder muss es über eine Organisation ablaufen?

In vielen Ländern ist es zwar grundsätzlich möglich, ein Austauschjahr auch selbst zu organisieren, allerdings ist es in den USA beispielsweise sehr schwierig, da für das J1-Schülervisum der Austausch über eine Organisation Voraussetzung ist. Wir raten dazu, den Austausch lieber mit einer Organisation zu planen, da das Kind und auch die Eltern vor Ort Unterstützung haben, sollte Probleme auftauchen.

Was passiert, wenn man so sehr Heimweh bekommt und das Jahr abbrechen möchte?

Das Wohlergehen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht für uns an erster Stelle. Auch wenn die Kinder vorbereitet sind und sich auf den Auslandaufenthalt freuen, kann Heimweh sie vor Ort schnell und heftig überfallen. Manche erleben das besonders in den ersten Tagen oder Wochen, andere trifft Heimweh erst später – vielleicht sogar erst nach mehreren Monaten, zum Beispiel um Weihnachten herum.

Gerade dann gibt es vielleicht den Wunsch, zu Hause anzurufen, den Kummer loszuwerden und bekannte Stimmen zu hören. Manchmal denken die Kinder auch, dass sie nach Hause wollen und finden weitere Gründe, die dafür sprechen. Doch ist das wirklich der beste Weg? Denn eigentlich haben sie sich ja auf den Austausch gefreut und wollten genau das Abenteuer erleben.

Der tägliche Kontakt nach Hause scheint im ersten Moment zu helfen, bewirkt aber eigentlich das Gegenteil. Unserer Erfahrung nach ist es besser, wenn sich die Jugendlichen stattdessen an die Betreuerin oder den Betreuer vor Ort wenden und mit ihr oder ihm das Problem besprechen. Denn die Kontaktperson hat sicherlich schon mal genau das erlebt und kann gute Tipps geben.

Wie geht es nach dem Austauschjahr weiter?

Viele Jugendliche bleiben auch nach ihrem Austausch eng mit AFS verbunden. Einige von ihnen wollen ihre Erfahrungen weitergeben und engagieren sich ehrenamtlich, um andere Jugendliche auf ihrem Weg ins Ausland zu begleiten. Sie berichten in Vorbereitungsseminaren von ihren eigenen Erfahrungen im Ausland und geben Hilfestellungen im Umgang mit neuen Kulturen. Bei AFS Deutschland engagieren sich rund 3.000 Ehrenamtliche, die in über 100 örtlichen Komitees organisiert sind. Sie bilden das Fundament der AFS-Gemeinschaft und werden regelmäßig für ihre unterschiedlichen Aufgaben geschult. 

Gibt es noch etwas, was man unbedingt beachten und/oder wissen sollte? Dann ist hier der richtige Platz.

Ich möchte nur kurz auf AFS als Austauschorganisation eingehen. AFS ist eine internationale, unabhängige und gemeinnützige Ehrenamtlichenorganisation, die interkulturelle Programme durchführt, um Menschen in der Entwicklung ihres Wissens, ihrer Fähigkeiten und ihres Verständnisses zu unterstützen, die erforderlich sind, um eine gerechtere und friedvollere Welt zu schaffen. AFS International ist einer der weltweit erfahrensten und größten gemeinnützigen Anbieter für Jugendaustausch und interkulturelles Lernen. Aus der ursprünglich von freiwilligen Sanitätswagenfahrern gegründeten amerikanischen Organisation “American Field Service” ist im Laufe der vergangenen 70 Jahre eine globale Gemeinschaft mit über 60 Länderorganisationen und Partnern geworden, die weltweit Austauschprogramme durchführen.

Die deutsche Länderorganisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Wir verstehen uns als Mittler zwischen den Kulturen. Qualität im interkulturellen Austausch ist unser Markenzeichen. Diese gewährleisten wir durch eine besonders intensive Betreuung unserer Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer vor, während und nach dem Austausch.

Viele Infos findet man sowohl auf unserer Website:  www.afs.de , als auch auf unseren Social media Kanälen Instagram: http://www.facebook.com/AFSGermany und Facebook: https://www.facebook.com/AFSgermany .

Ich danke Dir für das tolle Interview und wünsche Euch weiterhin viele Jugendliche, die über Eure Organisation eine weitere Familie in weiter Ferne finden.

 

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Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

Zwillingsratgeber zwillinge-am-grab-von-papa Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

Das Leben als junge Witwe – Wie lebt man weiter, wenn der Partner und Vater der Kinder plötzlich stirbt?

Im heutigen Interview geht es um ein schwieriges Thema, bzw. etwas, worüber wir uns alle nicht viele Gedanken machen, einfach weil man so was gern von sich weg schiebt. Umso mehr, freue ich mich, dass sich Julia bereit erklärt hat, ein paar Fragen zu beantworten.

Liebe Julia, magst Du Dich kurz vorstellen? Wer gehört zu Dir, woher kommst Du? Was machst Du so?

Ich heiße Julia und bin 29 Jahre alt. Zu mir gehören meine Zwillinge (werden im Juni 2) und meine Tochter (9 Jahre alt). Derzeit bin ich in Elternzeit  und versuche unser Leben nach dem Tod meines Mannes und Papas unserer Kinder neu zu ordnen. Wir kommen aus einem kleinen Ort im schönen Rheinland-Pfalz.

Der Tod des Ehepartners ist eine der schlimmsten Stresssituationen, deren Verarbeitung die Grenzen der Belastbarkeit aller überlebenden Familienmitglieder aufzeigt. Am schlimmsten vor allem dann, wenn der Tod des Partners in jungen Jahren, völlig unerwartet eintritt und neben dem überlebenden Partner, gemeinsame Kinder davon betroffen sind.

Leider ist Dein Mann und Papa Eurer Kinder plötzlich verstorben. In diesem Moment gerät die eigene Welt ja aus den Fugen und nichts ist mehr, wie es mal war ….

Zwillingsratgeber erinnerungen Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

Wie alt warst du und Eure Kinder, als er gestorben ist und wie erinnerst du dich an seinen Tod?

Ich war grade 29 Jahre alt, unsere große Tochter wurde 4 Tage vorher 9 und die Zwillinge waren knapp 15 Monate alt. Ich erinnere mich leider noch sehr gut an seinen Tod – es war der bisher schlimmste Tag meines Lebens.

Was war für dich das Schlimmste an seinem Tod und wie hast du es geschafft damit umzugehen? Wie hast Du es geschafft dies Euren Kindern mitzuteilen?

Das Schlimmste an seinem Tod war, dass es so plötzlich und ohne Vorwarnung passiert ist. Er hat sich morgens noch gesund und munter von den Kindern und mir verabschiedet und hat sich auf den Weg zur Arbeit gemacht.

Ich habe es damit „geschafft“, dass ich einfach funktionieren musste. Da waren ja schließlich 2 kleine Prinzen, die KEINE Ahnung hatten was los ist und eine Prinzessin, deren Welt zerbrach.

Die Zwillinge waren den ganzen Tag mit im Krankenhaus. Sie waren in einem kleinen Aufenthaltsraum mit einem Teil meiner Familie und wurden dort mit Spielsachen und Essen und Trinken versorgt. Zu meiner Tochter in die Schule hab ich meinen Papa geschickt, damit er es ihr sagt. Furchtbar!

Wer oder was hat dir am meisten geholfen, mit dem Verlust fertig zu werden?

Unsere Kinder, Familie und Freunde. Ich bin ihnen so unglaublich dankbar.

Was würdest du jemandem sagen, der gerade in einer ähnlichen Situation mit dem Tod konfrontiert ist?

Du musst nicht stark sein, lass dir das nicht einreden. Du darfst weinen, du darfst zusammenbrechen – tu was dir in diesem Moment „gut tut“. Du brauchst dich für nichts zu schämen und erst recht nicht zu rechtfertigen. Lass dir von niemandem etwas einreden.

Wie denkst du heute über deinen Mann und seinen Tod?

Ich bin immernoch wütend darüber, dass ausgerechnet mein Mann gehen musste. Ich verstehe es einfach nicht. Er war gerade 30 Jahre alt geworden und ein stolzer, glücklicher Papa. Ich vermisse ihn, aber ich kann immer positiver an unsere gemeinsame Zeit zurück denken, denn er war es, der mir 3 wundervolle Kinder geschenkt hat und mich mit all meinen Macken geliebt hat. Natürlich gibt es aber auch Tage und Momente in denen ich plötzlich ohne Vorwarnung losheule, aber das darf sein!

Zwillingsratgeber gluecklich Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

 

Wie hat dich der Tod deines Mannes verändert?

Ich musste plötzlich so vieles lernen. Mein Mann hat sich immer um den ganzen finanziellen Kram und alles was mit Technik usw zu tun hat gekümmert. Er sagte immer „Schatz, kümmere du dich um die Kinder, die sind wichtiger, den Rest erledige ich“. Ja, war vielleicht nicht ganz so schlau, aber wer rechnet damit, dass man mit 30 „einfach so“ stirbt?

Gibt es gemeinsame Pläne, die Du trotzdem weiter verfolgst?

Unser größter Plan war es, unsere Kinder erfolgreich und glücklich ohne größere Probleme aufwachsen zu sehen. Das ziehe ich definitiv durch! Wir wollten uns den Garten schön machen, da bin ich mit Unterstützung meiner Eltern dabei. Die anderen Pläne kann ich ohne meinen Mann leider nicht weiter verfolgen.

Wie lebt Ihr die Trauer als Familie? Gibt es Rituale zwischen den Kids und Dir um Sven in Euer Leben zu integrieren und die Erinnerungen lebendig zu halten?

Das wichtigste ist: die Person nicht verschweigen! Über ihn erzählen, als würde er nur einen Raum nebenan sein, oder mit im Raum sitzen. Wir haben eine Vitrine mit Bildern, Engeln, Kerzen usw. Das ist seine Erinnerungsecke.

Außerdem haben wir eine Erinnerungskiste mit wichtigen Sachen drin (Geldbeutel, Personalausweis, Lieblingsshirt, Brille, Hochzeitsanzug usw) und wir gehen regelmäßig zum Grab, bringen ihm neue Blumen und Kerzen. Wir erzählen viel von ihm, damit die Zwillinge das Gefühl haben, sie können sich wirklich an ihren Papa erinnern.

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Hast Du hilfreiche Tipps um Kindern dabei zu helfen, wenn ein Elternteil gestorben ist?

Die Kinder auf keinen Fall direkt zu einem Psychologen oder so schleppen. Die wenigsten Kinder brauchen das. Ich war mit unserer Tochter nach 4 oder 5 Monaten bei einem und er sagte, es sei völlig normal wie sie trauert und sie braucht keine Hilfe.

Kinder trauern anders als Erwachsene. Die einen sind wütend, die anderen lassen erstmal keine Nähe zu, andere machen als wäre nichts passiert und wieder andere weinen erstmal tagelang. Lasst alles zu, außer sie wollen plötzlich keine Freunde mehr, werden schlecht in der Schule (wenn sie vorher gute Schüler waren) oder verändern ihr Wesen komplett, so dass es euch Angst macht. Dann sucht bitte dringend Hilfe. Kindliche Trauer braucht sehr viel Feingefühl. Am schönsten wäre es, wenn kein Kind um ein Elternteil trauern müsste.

Welchen Fragen Deiner Kinder waren bzw. sind am schwersten zu beantworten?

Diese Frage, die man sich selbst und auch sonst niemand einem beantworten kann: „Warum?“. Wenn ich das nur wüsste. Diese Frage ist die allerschlimmste. Und mir graut es davor, wenn die Jungs in das Alter kommen, in dem sie anfangen zu fragen, wo denn ihr Papa ist…

Zwillingsratgeber rituale-fuer-papa Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

Gibt oder gab es Momente, wo Du Dich von Deiner Umgebung unverstanden gefühlt hast?

Die gab es öfter und gibt es auch immernoch. Niemand, der noch nie in dieser Situation war (und da kann jeder froh sein, der diesen Horror nicht erleben muss) kann auch nur Ansatzweise wissen wie es einem geht.

Darum sollte auch niemand der meinen Weg nicht gehen musste, den Schmerz nicht ertragen musste und plötzlich mit 3 Kindern „alleine“ da stehen muss, urteilen darüber, wie ich mein Leben lebe! Wie ich mit der Trauer umgehe und wie viel Hilfe ich brauche oder nicht brauche.

Was wäre in Deinen Augen wichtig im Umgang mit Trauernden und vor allem trauernden Kindern? Welche Sätze sollten vermieden werden?

Mein persönliches Trauer-Bullshit-Bingo besteht aus folgenden Sätzen:

  • Du musst stark sein.
  • Du wirst wieder glücklich.
  • Er hätte das nicht gewollt.
  • Das wäre ja kein Leben mehr gewesen.
  • Du musst nach vorne schauen.

Wichtig im Umgang mit Trauernden: redet mit uns. Wir haben keine ansteckende Krankheit. Meidet uns nicht. Guckt uns nicht so mitleidsvoll an. Gebt bitte keine Ratschläge, wenn ihr nicht selbst in der Situation wart. Hört auf zu urteilen. Ja, wir sind in Trauer, aber wir wollen über unsere Liebsten reden. Am besten den ganzen Tag, denn dann geraten sie nicht in Vergessenheit. Nehmt uns einfach still in den Arm und hört uns zu, weint mit uns und wenn wir lachen, guckt nicht so als wäre das furchtbar, sondern lacht mit uns.

Habt Ihr Euch Hilfe bei der Trauerbewältigung geholt?

Wir waren 2-3 Mal bei einer Trauerbegleitung, aber das war nichts für uns. Wir fühlen uns besser, wenn wir mit Familie und Freunden reden als mit jemand fremdem. Aber das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Wie gehst Du mit der Einsamkeit um, die Dich umgibt, grad auch, wenn die Kids schlafen oder vielleicht nicht um Dich sind?

Anfangs hab ich diese Zeit mit weinen verbracht. Auch jetzt passiert das auch mal noch aber meistens lenke ich mich mittlerweile mit einer Serie oder lesen ab. Manchmal guck ich mir dann auch Bilder an und denke an diese Momente, in denen sie entstanden sind und lächele dabei. Diese Einsamkeit kommt in Wellen. Mal ist sie richtig ausgeprägt, dass ich heftig weine, mal kann ich wirklich positiv damit umgehen mal einfach nur für mich zu sein.

Rückblickend, gäbe es etwas, was Du ändern würdest? Was ist für Dich das wichtigste im Leben? Und siehst Du das Leben nun aus anderen Augen?

An unserer gemeinsamen Geschichte würde ich nichts ändern wollen. Sie war chaotisch, liebevoll und wunderbar, so wie sie war. Das einzige wäre, vielleicht noch mehr auf die körperlichen Anzeichen für irgendwas zu achten, wie vorher schon (ich rede mir immernoch ab und zu ein, dass man dann eventuell etwas bemerkt hätte).

Das wichtigste in meinem Leben sind unsere Kinder und die Gesundheit. Ich habe gelernt jeden Tag zu genießen. Das Leben ist so wertvoll und kann so schnell vorbei sein. Lebt euer Leben. Genießt jeden Moment und sagt euren Liebsten so oft es geht, dass ihr sie liebt!

Zwillingsratgeber verheiratet-partner-ploetzlich-gestorben Wenn der frühe Tod des Partners alle Pläne über den Haufen wirft

Ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir nur das Allerbeste. Ich bewundere Dich für genau diese Stärke – weiterzumachen, obwohl von einem Moment auf den anderen alles anders geworden ist.

Kontaktmöglichkeiten: